Die Tage des Hildegard-Hauses auf dem Caritas-Gelände in der Schumannstraße sind gezählt. Spätestens zum Jahresende soll das Heim für Demenzkranke schließen. (Symbolbild)
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Die Tage des Hildegard-Hauses auf dem Caritas-Gelände in der Schumannstraße sind gezählt. Spätestens zum Jahresende soll das Heim für Demenzkranke schließen. (Symbolbild)

Hildegard-Haus

Caritas schließt Heim für Demenzkranke

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
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Die Offenbacher Caritas löst eines ihrer drei Heime für Demenzkranke auf. Das Haus mit 17 Plätzen sei zu klein, um es rentabel zu führen, begründet das Caritas-Direktor Hofmann. Von M. Reckmann

Die Tage des Hildegard-Hauses auf dem Caritas-Gelände in der Schumannstraße sind gezählt. Spätestens zum Jahresende soll das Heim für Demenzkranke schließen.

"Das Haus mit seinen 17 Plätzen ist zu klein, um es rentabel führen zu können", sagt Caritas-Direktor Heinz-Martin Hofmann. Mit den 15 Pflegepersonen, die sieben Vollzeitstellen besetzen, könnten locker 34 oder 35 Bewohner in einem optimierten Arbeitsablauf in einem modernen Gebäude versorgt werden.

Die Unterbringung der Patienten ist nicht gefährdet. Die Bewohner sollen in die beiden anderen Offenbacher Caritas-Heime St. Elisabeth und St. Ludwig verlegt werden, sobald Plätze frei werden. Maria Mayr, Leiterin der drei Heime, schätzt, dass sie die 17 Patienten schon in einem halben Jahr dort unterbringen kann.

Die Gesamtzahl der Bewohner wird sich somit von 184 auf 167 reduzieren. Die Angestellten werden in den anderen Caritas-Heimen weiterbeschäftigt. Nur Personen mit befristeten Arbeitsverträgen werden nicht übernommen.

Was mit dem Gebäude geschieht, ist noch nicht entschieden. Das zweistöckige Hildegard-Haus, das als Erholungsheim für Körperbehinderte konzipiert wurde, soll laut Hofmann auf jeden Fall unter dem Dach der Caritas im sozialen Bereich eingesetzt werden.

"Das Haus wird nicht leer stehen. Es gibt Interessenten", sagt Mayr. Einen Engpass für die Betreuung der Demenzkranken in Offenbach sieht Hofmann nicht. Auch Heidi Weinrich, die bei der Stadt für die Altenplanung verantwortlich ist, geht von einer ausreichenden Versorgung aus. Das Elisabeth-Maas-Haus des evangelischen Frauenvereins etwa habe eine psychogerontologische Station mit 41 Plätzen für Demenzkranke. Aber auch alle anderen Heime versorgten Demente.

Zudem sind neue Heime geplant. Die beiden privatwirtschaftlichen Altenheime auf dem Gelände der ehemaligen Kaiser-Friedrich-Quelle in der Ludwigstraße und auf dem OTC-Areal in der Helene-Mayer-Straße öffnen in wenigen Jahren.

Mit der Schließung des Hildegard-Hauses reduziert die Caritas abermals ihr Angebot in der Stadt Offenbach. Die Sozialstation in der Lortzigstraße hat zum Jahreswechsel aus Kostengründen dicht gemacht. Der katholische Wohlfahrtsverband konzentriert die häusliche Pflege nun verstärkt auf den Kreis .

"Wir sind dabei, die Caritas wirtschaftlich zu stabilisieren und hoffen, dass diese beiden Einschnitte vorerst die einzigen sein werden", sagt Hofmann. Weitere Kürzungen in Einrichtungen oder der Beratungsarbeit in den Landkreisen Offenbach, Groß-Gerau und der Stadt Offenbach seien derzeit nicht geplant.

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