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Ein Camp für Kreative

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Studierende aus aller Welt arbeiten gemeinsam an kreativen Projekten.
Studierende aus aller Welt arbeiten gemeinsam an kreativen Projekten. © Monika Müller

Die ganze Welt zu Gast in Offenbach: Beim zweiten After School Club der Hochschule für Gestaltung leben und arbeiten Studierende und Profis aus aller Welt eine Woche lang zusammen.

Von Juliane Mroz

Die Treppe hoch, durch einen Raum voller Feldbetten, durch zwei Türen, und dann steht man im Walk-in-Tattoo-Studio. Hier stichelt der Hamburger Grafikkünstler Stefan Marx gerade einem Studenten ein kleines Skateboard auf den Unterarm.

„Letztes Jahr beim After School Club wollte ein Student von mir eine Zeichnung für ein Tattoo haben. David Schießer und Malte Zenses, in deren Atelier wir hier sind, haben mir gezeigt, wie es geht und mir ihr Equipment geliehen“, sagt Marx. Er selbst habe großen Respekt vor dem Tätowieren gehabt, aber der Student sei zufrieden gewesen. „Also haben wir dieses Jahr zum After School Club hier dieses temporäre Walk-in-Tattoo-Studio gemacht.“

Die Idee des After School Clubs, des Grafikdesignfestivals, das HfG-Studierende zum zweiten Mal organisiert haben, ist es, Studierende aus aller Welt mit Profis zusammenzubringen und mit ihnen eine Woche lang zusammenzuleben, interdisziplinär und experimentell zu arbeiten und Kontakte zu knüpfen. Wenn dann noch gemeinsame Projekte wie das Tattoo-Studio entstehen: umso besser.

„Wir haben hier unter anderem Leute aus New York, Los Angeles und Kiew, aber auch aus den Niederlanden und Großbritannien“, sagt Mitorganisatorin Nadine Kolodziey. Etwa 50 der 150 Teilnehmer studieren an der HfG. Zum Highlight der Woche, dem Symposium mit Vorträgen, Messe und Infoständen, kamen am Mittwoch 300 Besucher.

In der HfG-Dependance in der Geleitsstraße 103 wird gemeinsam gearbeitet, gegessen und in einem großen Schlafsaal zusammen übernachtet. Etablierte Künstler und Designer und Newcomer bieten insgesamt sieben Workshops an; die Referenten logieren im Hotel gegenüber, die Atmosphäre ist familiär und intensiv. „Ich nehme aus meinem Workshop genauso viel mit wie die Studenten“, sagt der Londoner Künstler Anthony Burrill. „Es ist aufregend, etwas ganz Besonderes. Alle haben Spaß“, sagt Designer Marc Kremers, der einen Digitalkunstworkshop leitet.

Den Professor tätowiert

„Den Studenten wird es später leichter fallen, sich bei jemandem zu bewerben, bei dem sie schon mal einen Workshop mitgemacht haben“, sagt Grafikdesign-Professor Eike König, der den After School Club betreut. König trägt eine Erinnerung an den ersten After School Club 2012 auf der Haut: die Buchstaben ASC, grafisch verbunden mit den Initialen von Stefan Marx, der das Tattoo gestochen hat.

König sieht im After School Club eine Chance für die HfG, international bekannter zu werden. „Wir wollen uns gezielt mit anderen sehr guten Hochschulen vernetzen, zwar, indem Studenten Freundschaften miteinander schließen.“ Für die Studierenden ist der After School Club kostenlos, sie müssen nur ihre Anreise und 20 Euro für Material zahlen. Finanziert wird das 30000-Euro-Projekt von der HfG, von Sponsoren und durch Fördergeld.

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