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Eine etwas andere Unterführung.
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Eine etwas andere Unterführung.

Bieberer Straße

Buntes Licht statt Taubendreck

  • Sigrid Aldehoff
    VonSigrid Aldehoff
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Die Bahnunterführung an der Bieberer Straße ist neu gestaltet und wird dank Fördergeld illuminiert.

Dass sie sich mal bei klirrender Kälte in der Dämmerung zu einer Stehparty mit Sekt und Pizza unter der Bahnunterführung Bieberer Straße treffen würden, umtost von Berufsverkehr, ICE und Linienbussen, hätten sich Oberbürgermeister Horst Schneider, Bernd Ehinger, Präsident der Handwerkskammer Rhein-Main, FAZ-Geschäftsführer Roland Gerschermann und andere Gäste sicher nicht träumen lassen. Am Mittwochabend haben sie es getan und waren trotz leichten Fröstelns bei bester Laune. Anlass des Treffens an ungewöhnlicher Stelle war die offizielle Inbetriebnahme und Vorstellung der Illumination an der Unterführung.

Ausgeführt von der Energieversorgung Offenbach mit Unterstützung des regionalen Elektrohandwerks wurde das Projekt mit 25.000 Euro von der Stiftung Lebendige Stadt gefördert. Die Idee stammt von Hanne Münster-Voswinkel vom Amt für Stadtplanung. Die hatte von der bundesweiten Illuminationsinitiative der Stiftung gelesen. Ziel ist es, dunklen Raum zu erschließen und erlebbar zu machen.

Die Stadt Offenbach bewarb sich mit der Unterführung Bieberer Straße, einem Stück Offenbach, das man bisher am besten schnell und vorzugsweise ohne Blick nach links oder rechts hinter sich gelassen hatte. Wie 25 weitere Städte bekamen die Kommune nun den Zuschlag. „Aber wir haben uns dann gedacht, wenn wir hier illuminieren, beleuchten wir nur den Taubendreck“, beschreibt Münster-Voswinkel pragmatisch. Also wurde die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main mit ins Boot geholt.

Extrem kalt, aber spannend

Die nutzten die grau-versifften Wände, deren Taubenkot-Tristesse nur durch Graffiti unterbrochen wurde, für eine Imagekampagne für das Malerhandwerk einerseits und zur Ausbildung des Nachwuchses andererseits. Einige Wochen Arbeit und 100 Liter an verarbeiteter Farbe später ist die Bahnunterführung jetzt peppig-bunt mit Handwerker-Slogans wie „Am Anfang waren Himmel und Erde. Den Rest haben wir gemacht“.

„So eine Gelegenheit wie hier wünschen wir uns als Ausbilder“, schwärmte Johannes Henzel, der die Azubis bei ihrer Arbeit angeleitet hat, „die sechs Azubis haben hier viel gelernt und auch eigene Ideen umgesetzt“. Eine von ihnen ist Marion Schierle. Sie fand die Arbeit unter der Bahntrasse zwar extrem kalt, „aber spannender als in einem Haus. Hier sind oft Leute stehen geblieben, haben zugeschaut und Fragen gestellt“.

Roland Gerschermann wies darauf hin, dass die LEDs, die jetzt die Szene beleuchten, energiesparend sind. Oberbürgermeister Horst Schneider lobte Illumination und Gestaltung als echten Gewinn für das Stadtbild, zumal die Unterführung das Eingangstor in die Innenstadt sei.

Da die Tauben beim Stoffwechsel keine Rücksicht auf Kunst nehmen, würde die Malerinnung die bunten Bilder und Slogans gerne versiegeln. 3000 Euro würde es kosten, das Werk dauerhaft zu schützen. Dafür werden nach Aussage von Jürgen Jobmann, Obermeister der Maler- und Lackiererinnung Rhein-Main zurzeit noch Sponsoren gesucht.

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