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Viel Lesestoff für Mama, viel zu betrachten für den Sprössling: Die Kinderbuchausstellung im Klingspor-Museum ist drei Monate lang geöffnet.
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Viel Lesestoff für Mama, viel zu betrachten für den Sprössling: Die Kinderbuchausstellung im Klingspor-Museum ist drei Monate lang geöffnet.

Offenbach

Der Bücherschatz im Pappkarton

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Das Klingspor-Museum zeigt bis 18. Februar 2018 Kinderbücher. Im Repertoire sind nicht nur deutsche Exemplare, sondern auch französische und aus zahlreichen andern Ländern.

Kisten, überall Kisten. Doch die braunen Pappkartons, die sich im Erdgeschoss des Offenbacher Klingspor-Museums stapeln, haben ein begehrtes Innenleben: Kinderbücher. Vielmals wird am Samstagnachmittag in die Kisten gegriffen – sowohl von den Kleinen als auch von Mami und Papi. Und das soll auch noch wochenlang so bleiben. Bis zum 18. Februar warten nämlich 250 deutschsprachige, 75 französische und zahlreiche Kinderbücher aus anderen Ländern nur darauf, im Rahmen der 62. Internationalen Kinderbuchausstellung in die Hand genommen, betrachtet und gelesen zu werden.

Was den Großen recht war, ist den Kleinen nur billig: Frankreich war im Oktober Gastland der Internationalen Buchmesse in Frankfurt, Frankreich ist nun auch bei der Internationalen Kinderbuchausstellung in Offenbach der Schwerpunkt. Der Kontakt zu einer Kollegin des Institut française, die im vergangenen Jahr die Ausstellungseröffnung besuchte, ließ diese Idee reifen, erklärt Museumsbibliothekarin Stephanie Ehret-Pohl. Und so liegen nun 75 französische Kinderbücher in und auf den Vitrinen im Ausstellungssaal des Klingspor-Museums. „Bei den französischen Werken ist die Freude an spielerischen Elementen sehr ausgeprägt“, sagt Ehret-Pohl. Pop-Ups, Laserschnitte, Folien, mit denen man Bilder animieren kann – die französische Kreativität ist groß.

Die deutschen Bücher finden sich in der Kistenlandschaft. „Schatzkisten“ nennt sie Museumspädagogin Dorothee Ader, Museumsleiter Stefan Soltek bezeichnet sie als „Beziehungskisten“. Erstmals wurde diese Präsentationsform gewählt, sagt Ader. Eine Ecke gehört den Sachbüchern, in einer anderen Ecke finden sich die Bücher, die zum Nachdenken anregen, und in einer dritten Ecke sind die Märchen und Geschichten zusammengestellt. „Bei der Buchauswahl war die Gestaltung für uns ausschlaggebend und inwieweit gesellschaftlich relevante Themen aufgegriffen werden“, sagt Ader. Relevant wie beispielsweise Flucht und Migration, Ankommen, Anders sein.

„Die sozialen Themen sind immer noch ganz groß“, sagt Ader zu den Neuerscheinungen dieses Jahres, und nimmt ihr Lieblingsbuch „Fast wie Freunde“, ein Werk des Kunstanstifter-Verlages aus Mannheim, zur Hand. Die Autorin und Illustratorin Mirjam Zels habe dafür einen Nachwuchspreis erhalten. „Die kleine Sophie läuft belastet durchs Leben“, erklärt Ader, als sie durch die Seiten blättert. Im Buch ist das durch ein großes Päckchen illustriert, das Sophie am Rücken mit sich herumträgt. „Als Sophie versucht, das Päckchen loszuwerden, merkt sie, dass es ihre Angst ist, die sie belastet.“. Ab da nimmt das kleine Mädchen die Angst an die Hand, hat damit keine Bürde mehr.

An der Wand sind Kinderbücher aus dem Iran mit Magneten angebracht. Auch Bücher aus Japan haben eine weite Reise nach Offenbach gemacht, genauso wie zwei französischsprachige Werke aus dem Libanon: „Erzähl noch mehr, Großmutter“ und „Graou“, die Geschichte von einem Wolf und einem Mädchen, das Rotkäppchen sehr ähnlich sieht.

Die Ausstellung zeige, wie hoch das Niveau bei der Gestaltung von Kinderbüchern sei, sagt Museumsleiter Soltek. „Kinderbücher sind das beste Experimentierfeld für junge Gestalter beim Zusammenspiel von Farbe, Form, Material und Schrift.“

Auch Jungen und Mädchen dürfen bis zum 18. Februar Gestalter spielen. Mit Stempeln, Scheren und Klebestiften können sie im hinteren Teil des Ausstellungssaales die eigene deutsch-französische Wortkarte kreieren.

In diesem Jahr wäre Werner Klemke, der wohl bekannteste Illustrator der DDR, 100 Jahre alt geworden. Im 1. und 2. Stock zeigt das Klingspor-Museum deshalb einige seiner Illustrationen, wie Pinselzeichnungen für „Timm Thaler“, „Reineke Fuchs“ oder „Ein Teufel namens Fidibus“. Um die 800 Titel hat Klemke gestaltet. Kurz vor seinem Tod im Jahr 1994 vermachte er fast den gesamten Nachlass dem Klingspor-Museum. Drei Waggonladungen kamen damals in Offenbach an.

Die Kinderbuchausstellung ist bis 18. Februar im Klingspor-Museum, Herrnstraße 80, in Offenbach zu sehen, und zwar dienstags, donnerstags und freitags von 10 bis 17 Uhr, mittwochs von 14 bis 19 Uhr sowie an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr.

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