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Aus Kladden lässt Helfried Hagenberg papierene Skulpturen wachsen. Oder er schneidet sie in die Tiefe der Notizbücher hinein. Der Künstler, Gestalter und Lehrer hat seine Wurzeln ganz offensichtlich in der Bildhauerei. Einen Querschnitt seiner Werke aus der Zeit von 1972 bis heute zeigt das Klingspor-Museum jetzt in der Ausstellung "Das Auge des Gedankens".
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Aus Kladden lässt Helfried Hagenberg papierene Skulpturen wachsen. Oder er schneidet sie in die Tiefe der Notizbücher hinein. Der Künstler, Gestalter und Lehrer hat seine Wurzeln ganz offensichtlich in der Bildhauerei. Einen Querschnitt seiner Werke aus der Zeit von 1972 bis heute zeigt das Klingspor-Museum jetzt in der Ausstellung "Das Auge des Gedankens".

Klingspor-Museum

Bücher ohne Schrift

Das Klingspor-Museum Offenbach zeigt Arbeiten des Künstlers Helfried Hagenberg von 1972 bis heute - minimal heißt bei diesen verwandelten Büchern noch lange nicht einfach. Von Angelika Ohliger

Von Angelika Ohliger

Aus Kladden lässt Helfried Hagenberg papierene Skulpturen wachsen. Oder er schneidet sie in die Tiefe der Notizbücher hinein. Der Künstler, Gestalter und Lehrer hat seine Wurzeln ganz offensichtlich in der Bildhauerei. Einen Querschnitt seiner Werke aus der Zeit von 1972 bis heute zeigt das Klingspor-Museum jetzt in der Ausstellung "Das Auge des Gedankens".

Mit dem Messer bearbeitet der Künstler die Bücher ohne Schrift, Seite für Seite. Nichts ist gestanzt. Verblüffende Effekte wie Gitter und verschachtelte Hohlräume erwirkt er so. "Hagenberg zeigt, dass minimal nicht gleich einfach ist", sagt Stefan Soltek, Leiter des Klingspor-Museums. "Die Arbeit ist festgelegt auf einen klar definierten Vorgang, der sich häufig wiederholen kann." Es sei die mathematisch-geometrische Figur, die den Künstler interessiere.

Hagenberg, 1940 in Hannover geboren, studierte von 1961 bis 1965 an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Seit 1966 lehrte er als Professor an der Fachhochschule Düsseldorf Kommunikationsdesign. In der Ausstellung sind auch ausgewählte Arbeiten seiner rund 200 Diplomanden zu sehen. Darauf habe der Künstler bestanden, berichtet Soltek.

In die Schrift wechselt Hagenberg immer dann, wenn er Plakate für Ausstellungen in der Hochschule gestaltet. Auch dabei zeige er, wie mit wenigen Mitteln maximale optische Effekte erzielt werden können, sagt Soltek. "Es ist nicht die Vielzahl der Mittel, sondern es ist die Sprache, die auf Einfachheit basiert." Im Vorraum zum großen Saal sind Beispiele dafür zu sehen.

Hagenberg kann aber auch abrücken von der Geometrie und die Dinge dem Zufall überlassen. Beispiel ist seine Buchreihe mit dem Titel X-Elemente. Sie entstand bei Arbeitsaufenthalten in Griechenland mit alltäglichen Gegenständen wie Drahtstücken, die erhitzt aufs Papier gelegt wurden und Brandzeichen hinterließen. Oder Steine, die auf gefärbter Pappe platziert und der Sonne ausgesetzt wurden. Nach dem Ausbleichen der Farbe blieben unter den Steinen Formen zurück. Und manchmal sind es auch nur ein paar Tropfen Olivenöl, die Hagenberg einsetzte. Eine Lesemappe erklärt es den Betrachtern.

Eine Auswahl von Radierungen zum Thema "Schleifen und Knoten" vervollständigen die Ausstellung, die der Museumsleiter als "sehr außergewöhnlich" bezeichnet.

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