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Der Boxclub Nordend Offenbach bekommt neue Räume.
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Der Boxclub Nordend Offenbach bekommt neue Räume.

Offenbach

Boxclub kann im Hafen bleiben

  • Agnes Schönberger
    VonAgnes Schönberger
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Die Zukunft des bundesweit anerkannten Gewaltpräventions- und Integrationsprojekt scheint gesichert: Ein Investor ist bereit, das Vorzeigeprojekt in einen Neubau im Hafen zu integrieren.

Die Zukunft des Boxclubs Nordend, der sich in den vergangenen 15 Jahren zu einem bundesweit anerkannten Gewaltpräventions- und Integrationsprojekt entwickelt hat, scheint gesichert. Und zwar, was bisher kaum jemand für möglich gehalten hätte, am aktuellen Standort im Hafen. 

Bis vor kurzem hatte es noch geheißen, die Vorzeigeeinrichtung müsse weiteren Neubauplänen weichen und die Halle, in der einst Lokomotiven repariert wurden und später Künstler arbeiteten, werde abgerissen, um Platz für Büros und Gewerbe zu machen. Der Abriss wird auch kommen. Aber nach FR-Informationen wird in den Neubauten auch der Boxclub mitsamt seinen pädagogischen Angeboten unterkommen. Dem Vernehmen nach sind sich die Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft OPG, die im Auftrag der Stadt das Hafenviertel entwickelt und vermarktet, und Primus Developments (Hamburg) einig, die Boxhalle in das neue Ensemble an der Hafenallee zu integrieren. 

Im Gespräch ist, dem Club zehn Jahre Mietfreiheit zu gewähren, anschließend soll der Verein die ortsübliche Miete zahlen. Ferner ist angedacht, die entgangenen Mieteinnahmen mit dem Kaufpreis des Grundstücks zu verrechnen. So hatte es die Stadt schon einmal beim Seniorentreff Else-Herrmann-Saal gehandhabt, für den es nach Abriss der Altentagesstätte Ersatz in einem Neubau auf dem Grundstück gab. 

OPG-Geschäftsführerin Daniela Matha wollte sich zu den Verhandlungsergebnissen mit Primus nicht äußern. Dafür sei es noch zu früh, sagte sie. Gemeint war damit wohl, dass die Zustimmung der Koalition und der Stadtverordneten zu der anvisierten Lösung aussteht. Primus-Geschäftsführer Achim Nagel bestätigte, dass die Rahmenbedingungen geklärt seien. Details müssten aber noch verhandelt werden. 

Die Hamburger Projektentwicklungsgesellschaft engagiert sich bereits seit mehr als vier Jahren im Offenbacher Hafen. Ganz in der Nähe der Boxhalle zwischen neuer Hafenschule und dem für den Neubau der Hochschule für Gestaltung reservierten Areal im Westen des Hafengebiets investiert sie 65 Millionen Euro in das Projekt „Marina Gardens“, zu dem etwa 200 Wohnungen, sechs Stadthäuser, Gastronomie und Gewerbe gehören. Ende September soll dort Richtfest sein. Das Grundstück, auf dem sich die Boxhalle befindet, gehöre ihm noch nicht, betonte Nagel. Er stellte aber klar, dass er am Kauf und der Entwicklung des Geländes an der Schnittstelle zum Nordend sehr interessiert sei. „Denn ich bin über die Jahre Offenbach-Fan geworden.“ 

Club-Präsident Wolfgang Malik sagte, er sei über die anvisierte Lösung „sehr, sehr glücklich“. Ähnlich sieht das Geschäftsführer Bernd Hackfort. Schließlich sei man kein typischer Boxclub, sondern eher ein soziales Projekt. Das Boxen fungiere als Türöffner, um sozial auffällige und benachteiligte Kinder und Jugendliche von der Straße zu holen. Viele kommen aus dem Nordend. Das machte die Suche nach einer neuen Unterkunft schwierig, weil sie gut erreichbar sein musste. Malik kann sich vorstellen, das pädagogische Angebot künftig auszuweiten, „wenn es mit der neuen Location klappt“. Er hofft das sehr, „denn mit unserer Arbeit leisten wir einen Beitrag für den sozialen Frieden in der Stadt“. 

Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD), der Matha mit den Gesprächen beauftragt hatte, nannte die anvisierte Lösung sehr gut, „denn wir können den Boxclub Nordend nicht ins Industriegebiet Waldhof oder sonst wohin verlegen“. Er sagte, die Koalition habe Zustimmung zu dem Verhandlungsergebnis signalisiert.

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