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Die Klasse 2c der Grundschule Bieber bewegt sich unter Anleitung von ihrer Lehrerin Sandra Schmitt.
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Die Klasse 2c der Grundschule Bieber bewegt sich unter Anleitung von ihrer Lehrerin Sandra Schmitt.

Schulsport

Besser rechnen dank Bewegung

  • Sigrid Aldehoff
    VonSigrid Aldehoff
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Offenbachs Grundschüler sollen mit täglichen Übungen ins Gleichgewicht kommen

Offenbachs Grundschüler sollen mit täglichen Übungen ins Gleichgewicht kommen

Auf einem Bein stehen, Hände nach vorne und dann mit geschlossenen Augen stehen bleiben ohne zu wackeln: Es sind oftmals schon geringe Anstrengungen, die Grundschulkinder aus dem Gleichgewicht bringen. In Offenbach soll dies nun flächendeckend verbessert werden.

„Eine kurze Übungssequenz vor jeder Unterrichtsstunde im Klassenzimmer kann helfen, nicht nur das Gleichgewicht zu stabilisieren, sondern auch die Leistungen der Erst- bis Viertklässler signifikant zu steigern,“ sagt Eduard Schneider. Er ist der Schulsportkoordinator beim Staatlichen Schulamt in Offenbach und sieht in der regelmäßigen Bewegung eine große Chance für die Schulkinder.

Leitfaden für die täglichen Einheiten ist ein sogenannter Bewegungskalender, der für jeden Tag eine neue Aufgabe stellt und als Erinnerung für die Übungen vor jeder Stunde dienen soll. Diesen in jedem Klassenraum jeder Grundschule aufzuhängen, hat sich Schneider zum Ziel gesetzt.

Für die durchschnittlich zehn Klassen an den 15 Grundschulen sind 150 Kalender für jeweils knapp 25 Euro nötig. Die Hälfte der Schulen sind seit 2012 bereits dank Spenden ausgestattet. Jetzt hat auch die Sportstiftung der Städtischen Sparkasse Offenbach 1200 Euro für das Projekt gegeben. Die Grundschule in Bieber ist eine der Schulen, an denen das Bewegungsangebot bereits regelmäßig umgesetzt wird. Er habe dort und an anderen Schulen den Kalender in der Gesamtkonferenz vorgestellt, im Herbst hätten dann Kollegen an einer in Offenbach für alle Lehrer angebotenen Fortbildung für die Umsetzung der Übungen teilgenommen, sagt Schneider.

Bewegungsminuten werden festes Ritual

„Die Kinder fordern nach einer gewissen Zeit die regelmäßigen Einheiten ein“, sagt Schneider. Dies bestätigt auch Schulleiter Klaus-Peter Ehlert. Er habe sich erst von der Idee des Bewegungskalenders überzeugen lassen müssen, sagt er. Doch inzwischen seien die Bewegungsminuten ein festes Ritual geworden, an das die Kinder erinnern, falls es ein Lehrer vergisst. „Ich habe es in meiner Klasse ausprobiert und bin überzeugt, dass es sinnvoll ist.“

Schneider verweist auf eine Studie des Hessischen Kultusministeriums, nach der ein hoher Prozentsatz von Schülern in der Gleichgewichtsverarbeitung Probleme habe. Mit regelmäßigen Übungen könne eine signifikante Verbesserung in den Lese- und Rechenleistungen erreicht und die Lernfreude gesteigert werden.

Vorteil der Bewegungseinheiten ist, dass dazu keine Sportlehrer gebraucht werden, zeitraubendes Umziehen wegfällt und kein Raumwechsel notwendig ist: Die Kinder können zu Beginn der Mathestunde im Klassenzimmer kurz und konzentriert die Balance halten oder sich recken und dehnen. Mit dem Angebot verstünden sich die Offenbacher Schulen als aktiver Bestandteil der Sportstadt Offenbach, sagt Schneider.

Dazu trägt auch die Förderung der Sportstiftung der Städtischen Sparkasse Offenbach bei. Insgesamt spendet sie 6300 Euro im Herbst für Offenbacher Projekte. Ein weiteres ist die Anschaffung eines neuen Trainingsgerätes namens T-BOW für die TGS Bieber, für das die Stiftung der Sparkasse 1300 Euro gab.

130 Euro kostet eines der quietschorangefarbenen Geräte, die man als Stepper, Wippe, Trainingsgerät für Bauch- und Rückenmuskeln nutzen kann. „Die Anschaffung ist nur sinnvoll, wenn wir 25 Geräte für eine ganze Sportgruppe kaufen“, sagt Jürgen Lassig, zweiter Vorsitzender des Vereins. Das Geld der Stiftung deckt 40 Prozent der Gesamtsumme.

Die Schwierigkeit war nur, die Geräte zu lagern. Auf Initiative von Marion Müller vom Sportamt entstand eine Win-Win-Situation: Die Geräte können in der Buchhügelschule gelagert werden, wo die Übungsstunde mit den Geräten stattfindet. Im Gegenzug für die Nutzung ihres ohnehin knappen Platzes darf die Schule die Geräte im Unterricht nutzen.

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