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Trotz Feiertagsstress will man auch im Klinikum Zeit für Besinnlichkeit finden.
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Trotz Feiertagsstress will man auch im Klinikum Zeit für Besinnlichkeit finden.

Dienst an Weihnachten

Besinnlich wenn möglich

  • Danijel Majic
    VonDanijel Majic
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Kliniken, Polizei und Feuerwehr stellen sich auf Weihnachten ein - Die Feier im Kreis der Kollegen, wird zumindest vorübergehend zum Ersatz für das traute Beisammensein mit der Familie.

Irgendwann so gegen 18 Uhr wird es ruhiger werden in der Notaufnahme des Sana Klinikums Offenbach. Pflegemanager Peter Bonifer kennt das schon. Im Grunde läuft jeder Heiligabend ähnlich ab. „Das ist dann die Zeit, wo die Kollegen sich zusammen setzen und auspacken, was sie von Zuhause mitgebracht haben.“ Die Feier im Kreis der Kollegen, wird zumindest vorübergehend zum Ersatz für das traute Beisammensein mit der Familie. Nicht wenige Menschen müssen an Heiligabend Dienst schieben. Polizei, Feuerwehr und Krankenhäuser bleiben selbstverständlich auch dann besetzt, wenn der Rest der Stadt mehr oder minder besinnlich feiert. Man könnte fast sagen: Die Stadt kann Heiligabend und Weihnachten nur in Ruhe begehen, weil sie bereit sind, Dienst zu schieben.

Weihnachten hat seine festen Rituale. Der Dienst an Weihnachten seine nicht ganz so festen Regeln. „Wir lassen uns jedes Jahr wieder überraschen“; sagt Bonifer. Dennoch, ein paar Dinge sind immer gleich. Die Weihnachtsfeiertage sind zwar keine Großkampftage in der Notaufnahme aber hektischer als sonst geht es schon zu. Schlicht und ergreifend weil die Hausärzte ihre Praxen schließen und viele Menschen ins Krankenhaus fahren, statt den Notdienst zu rufen.

„Unser Motto lautet: Liebe lindert Leiden“

„Wir erwarten, dass es in diesem Jahr besonders anzieht“, sagt Vittorio Paolucci, ärztlicher Direktor und Chefarzt der Chirurgie am Ketteler-Krankenhaus. Weil die Feiertage in diesem Jahr mitten in der Woche liegen, blieben viele Hausarztpraxen bereits am kommenden Montag geschlossen und würden nicht vor dem 30. Dezember wieder öffnen. Der Mehraufwand in den Notaufnahmen sei jedoch zu bewältigen. „Das sind dann ja in der Regel Dinge, die sich einfach behandeln lassen. So etwas blockiert uns nicht“, betont Paolucci.

Gemeint sind die üblichen Weihnachtswehwehchen. Magenverstimmungen, weil man das Falsche oder einfach zu viel gegessen hat. Ab dem zweiten Weihnachtstag auch vermehrt Unfälle in Folge übermäßigen Alkoholkonsums. Im Ketteler-Krankenhaus verzeichnet man zudem bereits in der Vorweihnachtszeit einen steten Zustrom von Menschen mit psychischen Belastungen. Schon aufgrund des christlichen Hintergrunds setzt das Ketteler-Krankenhaus in der Weihnachtszeit auf verstärkte seelsorgerische Betreuung. „Unser Motto lautet schließlich: Liebe lindert Leiden“, so Paolucci.

In der Notaufnahme des Sana-Klinikums muss man sich derweil im Vorfeld der Feiertage mit sehr weltlichen Problemen herumschlagen. „Wir sind sehr von Materiallieferungen abhängig“, erklärt Peter Bonifer. Doch im Gegensatz zu den Ärzten und Pflegern im Klinikum, haben die Lieferanten an Weihnachten tatsächlich frei. „Deshalb müssen wir jetzt Vorräte anlegen.“

Bei den Krankenhäusern herrscht eine Form vorweihnachtlicher Gelassenheit. Man weiß, was einen erwartet und so gibt es wenig Grund, sich aufzuregen. Noch gelassener geht man die Feiertage bei der Polizei in Offenbach an. „Wenn die Geschäfte schließen“, sagt Polizei-Pressesprecher Rudi Neu, „wird es schlagartig ruhig. Das sieht man richtig.“ Der Vormittag vor Heiligabend sei noch von einer „betriebsamen Hektik“ geprägt. Nach den Panikeinkäufen aber beruhige sich die Situation. „In der Regel ist es eine ruhige Zeit“, so Neu. Vergleichbar mit einem üblichen Sonntagsdienst.

Unfälle an Weihnachten besonders tragisch

Auch die Feuerwehr stellt sich auf ruhige Feiertage ein. Natürlich sei man immer alarmbereit, weil an Weihnachten schon fast traditionell ausgetrocknete Adventskränze Feuer fingen, erklärt Uwe Sauer, Leiter der Offenbacher Feuerwehr. Eine besonders hohe Zahl von Einsätzen gebe es jedoch nicht. „Aber natürlich sind Unglücksfälle an Weihnachten besonders tragisch.“ Vermutlich rühre daher die Wahrnehmung, dass an den Feiertagen besonders viele Unfälle geschehen.

So sind also alle, die an Weihnachten Dienst haben, auf die besonderen Herausforderungen eingestellt. „Verbunden mit der Hoffnung, dass es ruhig bleibt“; sagt Peter Bonifer. Der eigentliche Großkampftag steht nämlich eine Woche später an: Silvester.

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