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Bereit für den ersten Schnee

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Von: Sigrid Aldehoff

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Der Berufsverkehr bei Schnee ist die größte Herausforderung für den Winterdienst
Der Berufsverkehr bei Schnee ist die größte Herausforderung für den Winterdienst © Andreas Arnold

150 Mitarbeiter stehen bei der ESO für den Winterdienst bereit: Auch für große Salzvorräte hat der Dienstleister Sorge getragen. Doch alle Straßen können im Ernstfall nicht geräumt werden.

150 Mitarbeiter stehen bei der ESO für den Winterdienst bereit: Auch für große Salzvorräte hat der Dienstleister Sorge getragen. Doch alle Straßen können im Ernstfall nicht geräumt werden.

Knapp sechs Kilometer vom Deutschen Wetterdienst an der Frankfurter Straße entfernt haben die für den Winterdienst zuständigen Mitarbeiter des Stadtdienstleisters ESO eine zusätzliche Kategorie von Schnee geschaffen. Sie teilen die herabfallenden Flocken in die Kategorien „ernstzunehmend = Sonderschichten“ und „zu beobachten = Bereitschaftsdienst“ ein.

„Wir nehmen Schneefall dann ernst, wenn er auf der Straße als Schicht liegenbleibt und damit eine Gefahr bildet“, definiert ESO-Sprecher Oliver Gaksch genauer. Dies war in diesem Winter noch nicht der Fall.

Der Winterdienst hat für die Mitarbeiter aber jetzt schon begonnen: „Auch gefrierende Nässe ist ein Gefahrenpotenzial, die Kollegen sind in diesem Jahr schon drei Mal ausgerückt“, sagt Gaksch. Gerade in der Nacht sei die Gefahr besonders groß, bis zum Einsetzen des Berufsverkehrs müssen zumindest die wichtigsten Abschnitte des 220 Kilometer langen Offenbacher Straßennetzes eisfrei sein.

Zuerst werden die Hauptstraßen befreit

Damit der Bereitschaftsdienst nicht eiskalt erwischt wird, erhält er mehrmals täglich alle wichtigen Wetterinformationen. „Die Einsätze werden intensiver, wenn Schnee fällt und liegen bleibt“, sagt der SOH-Sprecher. Gefrierende Nässe muss einmal mit Salz aufgetaut werden, um die Gefahr zu bannen. Ständiger Schneefall dagegen ist eine Sisyphos-Arbeit. Bis zu vier Mal am Tag fährt die ESO dann mit ihren Räumfahrzeugen über die gleichen Straßen. Welche wann geräumt werden, ist in einem schon lange bestehenden Einsatzplan festgeschrieben, der vor allem das Gefahrenpotenzial auf der Straße berücksichtigt.

Zuerst werden die Haupt- und Zufahrtsstraßen vom Schnee befreit, wie etwa die Sprendlinger Landstraße, die Bieberer, Mühlheimer oder Berliner Straße sowie die Waldstraße und die beiden Ringe. Dann räumen die Einsatzfahrzeuge die Verkehrswege der Buslinien und die Zufahrten zu wichtigen Gebäuden wie die Klinken oder Schulen.

Nebenstraßen und Parkplätze kommen zuletzt – wenn überhaupt. Gaksch kann sich nicht erinnern, dass in den vergangenen 15 Jahren alle Straßen geräumt wurden. „Aber wir haben natürlich den Vorsatz, so viel wie möglich zu schaffen.“

1500 Tonnen Salz

Rund 1500 Tonnen Salz hat die Stadt für den Winterdienst bevorratet. Die beiden Silos an der Daimlerstraße sind mit 225 Tonnen gefüllt, weitere 1000 Tonnen liegen in dem großen Gemeinschaftslager von sieben Kommunen aus dem Rhein-Main-Gebiet bei Wiesbaden. Daneben werden Feucht- und Trockeneis eingesetzt und bei wirklich ernstzunehmenden Schneefall kommen vor allem die Schneeschiebefahrzeuge zum Einsatz.

Bis zu 150 Mitarbeiter können dann eingesetzt werden. Sie werden vorgewarnt, ob sie sich auf einen warmen Feierabend daheim freuen können, oder sich für den Ernstfall bereit halten müssen: Ist Schneefall angesagt, weht vor dem Verwaltungsgebäude in der Daimlerstraße eine roten Fahne.

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