Letzte Hand wird hier an die Konstruktion für die Abdeckfolie für das Offenbacher Waldschwimmbad auf der Rosenhöhe gelegt. In einem Schacht an der Westseite des Beckens, der extra dafür geschaffen wurde, werden die drei Hebevorrichtungen für die Abdeckfolie angebracht. Wie von einer großen Rolle im Teppichladen wird abends die Isolierfolie übers Wasser gezogen. Das hält bis zu 80 Prozent der Energie zurück.
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Letzte Hand wird hier an die Konstruktion für die Abdeckfolie für das Offenbacher Waldschwimmbad auf der Rosenhöhe gelegt. In einem Schacht an der Westseite des Beckens, der extra dafür geschaffen wurde, werden die drei Hebevorrichtungen für die Abdeckfolie angebracht. Wie von einer großen Rolle im Teppichladen wird abends die Isolierfolie übers Wasser gezogen. Das hält bis zu 80 Prozent der Energie zurück.

Waldschwimmbad auf der Rosenhöhe

Das Becken ist voll

Seit Montagabend werden die 2,5 Millionen Liter im neuen Edelstahlbecken aufgeheizt. Mit einem Wasserballturnier wird das sanierte Freibad am 30. April eröffnet. Von Angelika Ohliger

Von Angelika Ohliger

Blaugrün schimmert der Grund des Beckens. Wenn die Sonne scheint, spiegelt sich darin der Himmel. Das Laub der Bäume steuert einen weiteren Effekt bei. Abends wirkt das Wasser bei schönem Wetter gar türkis. Das Farbenspiel hatte sich Dieter Levi-Wach nicht vorstellen können, denn schließlich ist die eingebaute Wanne aus grauem Stahl.

Voller Stolz zeigt der erste Vorsitzende des Ersten Offenbacher Schwimmclubs (EOSC), Betreiber des Waldschwimmbads auf der Rosenhöhe, das sanierte Becken, das schon randvoll ist. Seit Montagabend werden die 2,5 Millionen Liter aufgeheizt. Bis die angestrebten 27 Grad erreicht sind, wird es noch ein bisschen dauern. Doch das bereitet Levi-Wach, der die Bauarbeiten fast täglich persönlich verfolgt, keine Sorgen.

"Wasserballer müssen schon bei 18 Grad ins Wasser", sagt er schmunzelnd. Das traditionelle Wasserballturnier am 30. April ist nicht in Gefahr. Spätestens dann, am Freitag, wird auch der 65-Jährige zum ersten Mal ins sanierte Becken springen.

Stolz ist er auch, weil ein ehrgeiziger Plan eingehalten worden ist: Bis weit in den Oktober hinein war das einzige Offenbacher Freibad im Sommerbetrieb. Im Winter war über das kleine Nichtschwimmerbecken ein Festzelt aufgestellt worden. Am 12. Januar begannen die Sanierungsarbeiten. Als erstes wurde die undichte Folie herausgerissen.

Kaum jemand hatte damit gerechnet, dass die Sommersaison auf der Rosenhöhe tatsächlich pünktlich am 1. Mai beginnen kann. Aber auch der extrem kalte Winter konnte die ehrgeizigen EOSC-Pläne nicht über den Haufen werfen.

Es sind Kleinigkeiten, die eine leichte Verzögerung verursachen. So ist die Pflasterung rund ums Becken noch nicht ganz fertig. Auf rutschige Kacheln haben die Bauherren verzichtet. Anthrazitfarbene Betonsteine sollen sicheren Halt gewährleisten. Das Gefälle des Wegs rund ums Becken ist genau entgegengesetzt als zuvor. Während bisher Schmutz von außen Richtung Beckenüberlauf geschwemmt wurde, spült jetzt überschwappendes Wasser den Dreck in eine Rinne auf der gegenüberliegenden Seite des Wegs. Levi-Wach verspricht sich davon auch, dass das 50-Meter-Becken künftig sauberer bleibt.

Folie von der Rolle

Letzte Hand wird auch an die Konstruktion für die Abdeckfolie gelegt. In einem Schacht an der Westseite des Beckens, der extra dafür geschaffen wurde, werden die drei Hebevorrichtungen für die Abdeckfolie angebracht. Wie von einer großen Rolle im Teppichladen wird abends die Isolierfolie übers Wasser gezogen. "Damit halten wir bis zu 80 Prozent der Energie zurück", so der Vereinsvorsitzende.

Die 1,2 Millionen Euro aus dem zweiten Konjunkturförderpaket sind aufgebraucht. "Wir könnten ungefähr 50.000 Euro drüber sein", sagt Levi-Wach und hofft auf Unterstützung der Stadt. Die eingebauten LED-Unterwasser-Strahler und die drei Kameras (für zusammen rund 23.000 Euro), die den Stil der Sportschwimmer festhalten können, finanziert der Verein aus eigener Kraft und mit der Hilfe von Sponsoren.

Für Umbau und energetische Sanierung der Umkleideräume hat das Geld nicht mehr gereicht. Der EOSC setzt auf das Hallenbad-Investitionsprogramm des Landes. Schließlich wird das Waldschwimmbad im nächsten Winter wieder überdacht. Ob mit der bekannten Traglufthalle oder mit einem Festzelt über kleines und großes Becken, ist noch offen.

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