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Kanalbauarbeiten in der Gustav-Adolf-Straße blockieren Ausfahrten.

Offenbach

Baustellen in Offenbach sorgen für Staus und Ärger

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Autofahrer und Anwohner kritisieren Verkehrschaos und Bauzäune, hinter denen sich nichts tut. Kanalbau blockiert seit zwei Wochen Zufahrt aufs Firmengelände.

In Offenbach ist aufgrund vieler Baustellen das totale Verkehrschaos ausgebrochen. Lauft lieber oder fahrt Fahrrad“, twitterte jüngst die SPD-Landtagsabgeordnete Nadine Gersberg. Sie dürfte vielen Offenbachern aus der Seele gesprochen haben. Tatsächlich liegen angesichts zahlreicher Dauerbaustellen auf Hauptverkehrsachsen und scheinbar sinnloser Absperrungen von Fahrbahnen in der Innenstadt die Nerven bei Autofahrern blank. Anwohner sind sauer, weil Nebenstraßen als Ausweichstrecken genutzt werden.

Zum Vorwurf mangelnder Koordination erklärt Stadtsprecher Fabian El Cheikh, die Baustellen befänden sich weit voneinander entfernt. Aber es sei klar, dass die Verkehrsbelastung auch auf der Umleitungsstrecke sehr hoch sei. „Staus sind leider unvermeidlich.“ Er weist darauf hin, dass früher Fahrspuren trotz Baustellen offengehalten werden konnten. Zum Schutz der Bauarbeiter seien heute größere Sicherheitsabstände zum laufenden Verkehr einzuhalten. Das führe teilweise zu Engpässen.

Odenwaldring: Weil auf der zentralen Hauptverkehrsachse im Süden Offenbachs eine Wasserleitung verlegt wird, wurde Anfang September eine Fahrspur Richtung Osten gesperrt und wenig später an der Kreuzung zur Sprendlinger Straße eine Baustelle eingerichtet. Die Folge: morgens und abends Verkehrschaos, Autofahrer, die auf die Busspur ausweichen oder sich Schleichwege durch Lauterborn suchen. Auch im beschaulichen Buchrainweg sind die Folgen zu spüren. Anwohnerin Ellen Glaesner berichtet, täglich stünden Autos Stoßstange an Stoßstange. „Dabei handelt es sich um eine Spielstraße.“ Ende Oktober sollen die Arbeiten laut Planung abgeschlossen sein.

Die Mainstraße, wie der Odenwaldring eine Hauptverkehrsstrecke, erhält einen neuen Fahrbahnbelag. Mitte September wurde sie gesperrt, Ende Oktober soll sie wieder befahrbar sein.

Gustav-Adolf-Straße: Die Kanalerweiterung im Senefelderquartier (einst MAN-Roland) dauert länger als geplant. Angeblich wurden Absprachen nicht eingehalten. Manuel da Cunha, Inhaber von Sound and Light, einem Technikdienstleister für die Veranstaltungsbranche, kritisiert, dass alle drei Firmenzu- und -ausfahrten durch den Kanalbau seit dem 23. September blockiert würden. Dabei sei ihm im Mai bei einem Treffen mit den Verantwortlichen zugesagt worden, eine Zufahrt bleibe offen. Dass es anders kommt, sei ihm in einer kurzen Mail am 16. September mitgeteilt worden. Das ärgert ihn. „Denn ich hatte mich rechtzeitig gekümmert.“

Nach seinen Angaben sollten die Bauarbeiten von Mai bis Juli dauern. Doch bis heute sei noch nicht einmal ein Drittel der Arbeiten erledigt, schätzt da Cunha. Die Situation stellt die Firma mit ihren zwölf Mitarbeitern und weiteren Freien vor große logistische Herausforderungen. Denn Lastwagen und selbst die kleinen Sprinter kommen nicht mehr aufs Gelände. Zentnerschwere Kisten müssen auf Hubwagen auf die Straße geschoben und von Hand in die Fahrzeuge geladen werden. Der Mehraufwand sei enorm. Und die Kosten für Überstunden seien es auch, sagt da Cunha. Er hat Parkplätze für die Transporter angemietet. Auch die kosten.

Die Stadt sagt, für die Freihaltung der Zufahrt sei die Baufirma zuständig. Die Verzögerungen seien einem „Leitungschaos im Boden“ geschuldet. Die Genehmigung für die Straßensperre laufe bis Ende Oktober. Wegen der nassen Witterung könnten die Arbeiten aber länger dauern.

Bieberer Straße 13: Wo sich früher das alternative Kulturzentrum Multiversum befand, ist seit mehr als einem Jahr eine Baulücke mit Bauzaun. Weil eine Fahrspur fehlt, kommt es nahe dem Wilhelmsplatz ständig zu Staus. Für Ärger sorgt, dass keinerlei Bauaktivitäten für das geplante Wohnhaus zu erkennen sind. Die Genehmigung für den Zaun ist ausgelaufen. Derzeit läuft das Anhörungsverfahren mit der Eigentümerin. Die Stadt spricht selbst von einem Ärgernis.

Französisches Gässchen 2: Vor dem Haus in der Innenstadt besteht seit zwei Jahren eine Absperrung auf Gehweg und Straße. Aktuell steht dort nur ein Dixi-Klo. Anwohnern zufolge herrscht auf der Baustelle Stillstand. Dem widerspricht die Stadt. Es werde dort weitergearbeitet. Da das private Grundstück keine Aufstellfläche biete, sei die Bereithaltung der Fläche im öffentlichen Raum „verhältnismäßig“.

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