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Der alte Kreisel (hier der Blick nach Norden) ist kaum noch erkennbar. Auf den freien Flächen sollen Bürogebäude entstehen.

Offenbach Kaiserlei

Arbeiten für zweite Brücke am Kaiserlei beginnen

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Nach der Winterpause wird auf der Großbaustelle Kaiserlei in Offenbach wieder gewerkelt. Der Umbau soll 2020 beendet sein.

Drei Wochen herrschte Ruhe auf der Großbaustelle Kaiserlei. Doch seit Montag wird dort wieder gewerkelt. Das ist auch nötig, damit der im Februar 2017 begonnene Umbau wie geplant im Frühjahr 2020 abgeschlossen werden kann. Und nervige Staus dann hoffentlich der Vergangenheit angehören.

Zuletzt war an drei Stellen gleichzeitig gearbeitet worden. Die Ostrampe der A661 mit der Auffahrt in Richtung Bad Homburg ist schon halbseitig umgerüstet und asphaltiert. In Kürze wird der Verkehr auf die neue Spur umgelegt und die andere Hälfte der Auffahrt in Angriff genommen.

Momentan werden ebenfalls auf der östlichen Seite Gerüste und Träger für den zweiten Brückenüberbau parallel zur A661 errichtet. Hier entsteht im Süden des alten Kreisels die Abfahrtsrampe von der Autobahn aus Richtung Darmstadt zur neuen Doppelkreuzung an der Strahlenbergerstraße. Die Brücke auf der Westseite nach Frankfurt hin ist bereits fertiggestellt. Deshalb können Teile der noch intakten Holzkonstruktionen für das neue Bauwerk wiederverwendet werden. Beide Brücken haben eine Länge von jeweils 125 Metern. 

Die neuen Verbindungen zwischen Frankfurt und Offenbach überspannen die Kaiserleipromenade sowie die Berliner Straße und führen über Rampen nach unten zur Strahlenbergerstraße. Die geplante Trennung des Verkehrs am Kaiserlei hatte neue Autobahnanschlüsse erforderlich gemacht.

Weil der Untergrund am Kaiserlei weich ist, mussten zur Stabilisierung der Brückenfundamente 120 Pfähle tief in den Boden gerammt werden. Eine weitere Herausforderung für die Bauingenieure bestand darin, dass die Brücken auch über den S-Bahn-Tunnel hinwegführen. Sie mussten deshalb ausgefeilte Konstruktionen für die Gründung entwickeln. Die Bohrpfähle für die Pfeiler wurden in diesem Areal nicht wie im nördlichen Teil quadratisch angeordnet, sondern parallel zum Tunnel gestellt. 

Insgesamt wurden für die Gründung der Bauwerke entlang der S-Bahn 22 spezielle Hülsenpfähle mit besonderer Armierung rund 38 Meter tief im Boden verankert. Jeder Pfahl hat einen Durchmesser von 1,20 Meter. Die elf Tonnen schwere Ummantelung soll verhindern, dass der Tunnel einer zusätzlichen Last von oben ausgesetzt ist.

Vom alten Kreisel, der schon bei früheren Umbauten vom Kreis zum Ei mutiert war, sind nur noch wenige Stücke erkennbar.  Dazu zählt das Stück von der Abfahrt der A661 aus Darmstadt in Richtung Strahlenbergerstraße. Hier wechselt der Verkehr auf dem letzten Stück schon auf eine neue Fahrspur. Nach der Fertigstellung des Projekts, das zu den größten Straßenbauvorhaben in Hessen gehört, werden am Kaiserlei 40.900 Quadratmeter Straßenfläche, 11.200 Quadratmeter Gehwege und, getrennt vom Autoverkehr, 5660 Quadratmeter Radwege entstanden sein. 

Die frei werdende Fläche im Inneren des mit 250 Metern Durchmesser einst größten Kreisverkehrs in Europa will die Stadt für Bürohochhäuser vermarkten. Trotzdem entstehen im Baugebiet auch 18.600 Quadratmeter Grünfläche.

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