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Rodgau

Anwohner befürchten zweite "Chinamauer"

  • VonFrank Sommer
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Die Stadt stellt die Pläne für das neue Baugebiet West vor. Anwohner befürchten eine Wiederholung alter Bausünden.

In einigen Jahren wird sich das Areal westlich der S-Bahn zwischen Hainhausen und Jügesheim grundlegend wandeln: Auf rund 46 Hektar soll das neue Wohngebiet Rodgau-West für knapp 5000 Menschen entstehen. Am Dienstag hat die Stadt die elf Entwürfe des städtebaulichen Wettbewerbs für das Wohngebiet bei einer Bürgerversammlung vorgestellt und sich gemeinsam mit Planern und der Hessischen Landgesellschaft (HLG) den Fragen der Bürger gestellt.

Rund 120 Bürger nutzten am Dienstag im Bürgerhaus Dudenhofen die Gelegenheit, sich über das Baugebiet zu informieren. Genauer vorgestellt wurden die vier von der Jury prämierten Entwürfe – die Stadtverordneten werden im September entscheiden, welcher Entwurf Grundlage für die weitere Planung des Gebiets sein soll. „Das muss nicht der Entwurf sein, den die Jury zum Sieger gekürt hat“, betonte Moderator Hartmut Welters, dessen Planungsbüro den Wettbewerb organisiert hatte.

Sieben Quatiere innerhalb des Gebiets

Der Siegerentwurf „Rodgau Wingertsgrund“ der Büros „Prosa Architekten Gero Quasten“ aus Darmstadt und „Rehwaldt Landschaftsarchitekten“ aus Dresden setzt auf drei breite Grünflächen und sieben Quartiere innerhalb des Gebiets. Die Grünflächen sollen als Frischluftschneisen für Jügesheim dienen, jedes der Quartiere steht unter einem Motto, etwa Gärtnern oder Spielen.

Eine Idee, die den Besuchern gefiel – nur vereinzelt wurden Befürchtungen laut, dass dieses Konzept nicht angenommen würde. Sehr viel mehr beschäftigte der Zeitplan für die Bebauung, oder das Verkehrskonzept die Gemüter. In diesem Zusammenhang war die Entscheidung von Moderator Welters, Fragen zu sammeln, statt sie gleich beantworten zu lassen, unglücklich: Manche Bürger erhielten so keine Antwort auf ihre Frage, während andere Fragen gleich mehrfach gestellt wurden.

Die Verkehrserschließung des Gebiets über eine Zufahrt von der Rodgau-Ring-Straße sowie über je eine Straße von Norden und Süden sahen viele Besucher kritisch. „Wer nach Jügesheim rein will, wird über den Alten Weg fahren“, war sich ein Besucher sicher, „das gibt dort ein Verkehrschaos.“ Andere mahnten eine bessere Anbindung an die Ringstraße und die umliegenden Grünflächen an.

Keine Wiederholung bisheriger Bausünden

„Bitte keine zweite Chinamauer“, sagte eine Frau, als sie das Modell des Entwurfs betrachtete. Die Hochhauswand in Nieder-Roden entlang der Rodgau-Ring-Straße gilt heute als Bausünde, die Furcht vor einer ähnlichen Entwicklung in Jügesheim war trotz aller Beteuerungen der Planer und der Stadt greifbar.

„Sollen 3500 oder 5000 Menschen in dem Gebiet wohnen?“, wollte eine Besucherin wissen. Dass die Planer von einem Schlüssel von 1,5 Menschen pro Wohneinheit, die Stadtplanung aber von 2,2 sprach, war für die Besucher dabei wenig hilfreich. „Es existiert aber noch keine fixe Zahl“, sagte Peter Kämmerling, Fachdienstleiter Stadtplanung, nach mehrfacher Nachfrage.

Ebenfalls auf Nachfrage sagte Holger Ullrich von der HLG, dass erst rund ein Drittel der Flächen „in der Mitte des Gebiets“ erworben wären. Der Rest befinde sich noch in Privatbesitz. Alle vorgestellten Konzepte seien vorläufig, betonte Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD).

Er gehe von drei Bebauungsplänen für das Gebiet aus. „Die Planungen beginnen erst“, sagte Hoffmann, „für das Gebiet sollte Qualität an erster Stelle stehen, deshalb sollten wir keinen künstlichen Zeitdruck aufbauen.“

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