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Anonym bewerben

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Kreis Offenbach Mehrheit stimmt für Prüfung

Der Kreisausschuss soll die Einführung eines anonymisierten Bewerbungsverfahrens prüfen. Das hat der Kreistag jetzt einstimmig beschlossen. Umstritten war allerdings, dass der Kreisausschuss zunächst abwarten soll, welche Erfahrungen die Stadt Offenbach mit den Bewerbungen ohne Angaben zu Geschlecht, Alter, Familienstand, Herkunft, Name, Wohnort und Foto macht.

Reimund Butz (Grüne) dessen Fraktion den ursprünglichen Antrag formuliert hatte, kritisierte zudem, dass im Änderungsantrag der Koalition von CDU und SPD das Ziel, Diskriminierung auszuschließen, nicht mehr auftaucht.

Michael Schüßler (FDP) warnte vor übertriebenen Hoffnungen. Auch das „bestgeregelte“ Verfahren trage nur wenig dazu bei, um Vorurteile zu bekämpfen.

Besonders Migranten und Frauen könnten von einem anonymen Bewerbungsverfahren profitieren, sagte Hildegard Ripper (CDU). Das Bild oder die Altersangabe bei Bewerbungen wegzulassen, helfe jedoch nur bei der Vorauswahl, aber nicht im Vorstellungsgespräch. „Was mache ich, wenn in der Entscheidungsrunde doch die Schere im Kopf da ist?“, fragte sie.

Menschen mit ausländischem Namen hätten bisher auf dem Arbeitsmarkt schlechtere Karten, sagte Serpil Sarikaya (SPD). Dass sie eher abgelehnt würden, geschehe oft unbewusst. Daher gebe es anonyme Bewerbungen bereits in vielen Ländern. (cm.)

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