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Nach dem Konzert darf das Publikum sich auch an der Harfe versuchen.

Offenbach

Die kleinste offene Bühne

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Der Verein RUK bespielt das Mausoleum im Schlosspark Rumpenheim. Der Verein entstand 1999 aus einem privaten Fest der Trommelgruppe Kobanga

Vier nicht allzu große Schritte, und man ist von einer Bühnenseite zur anderen gelaufen. Groß ist sie nicht, die Bühne im Mausoleum im Rumpenheimer Schlosspark. „Heimelig“ nennt der Verein Rumpenheim Kultur (RUK) sie. Und doch gelingt es dem rührigen Verein seit Jahren, sowohl namhafte als auch aufstrebende Künstler nach Rumpenheim zu bekommen.

Neben Musik- und Kabarettveranstaltungen öffnet der Verein in der Saison von März bis November die Bühne auch kostenfrei für Talente der Region: RUK 22 heißt das Konzept, 22 Minuten haben Solokünstler und Gruppen an jedem 22. eines Monats Zeit, ihr Können zu präsentieren.

Am Samstag hat die Gruppe „Klangmeer“ diese Möglichkeit genutzt und dem Publikum nordische Harfen- und Flötenklänge präsentiert. „Wir haben uns vor sechs Jahren bei einem Harfenworkshop kennengelernt“, sagt Linda Brunssen und weist auf ihre Mitmusikerinnen Tine Lenger und Karin Vogel.

Seit zwei Jahren treten sie gemeinsam mit den Flötenmusikern Gabriele Ney und Rainer Hanauer als „Klangmeer“ auf. „Wir kommen alle aus der Region, aus Offenbach und Frankfurt, und haben Spaß an der Musik“, sagt Vogel. Im Mausoleum treten sie das erste Mal auf, von der offenen Bühne hatten sie schon gehört. „Das ist für Bands eine tolle Sache“, sagt Lenger, „denn es fehlt ja an Auftrittsmöglichkeiten.“

Die offene Bühne bietet der Verein seit rund zehn Jahren an. „Das wird gut angenommen“, sagt RUK-Vorsitzender Karlheinz Lebisch. Wichtig ist dem Verein, dass das Publikum in Kontakt mit den Künstlern kommt. Am Samstag wird das geradezu vorbildlich gelöst: Einige Besucher dürfen sich nach dem Konzert unter Anleitung an der Harfe versuchen, Hanauer erklärt anderen das Flötenspiel. „Auch die Profikünstler kommen gern zu uns, weil sie wissen, dass sie ganz nah am Publikum sind“, sagt Wolf-Dieter Köster, der für die Künstlerbuchungen zuständig ist.

Dabei ist es für den Verein durchaus eine Herausforderung, das kleine, denkmalgeschützte Mausoleum zu bespielen. „Alle Aufbauten und Gerüste für die Technik sind nur gestellt, wir dürfen keinen Dübel in die Wände hauen“, sagt Lebisch. Seit einigen Jahren steht im Gebüsch hinter dem Mausoleum ein kleiner Toilettenwagen, zuvor gab es so etwas nicht.

„Den mussten wir uns damals hart vom Denkmalschutz erkämpfen“, sagt er und lacht. Während des Winters muss der Verein pausieren, im Mausoleum wäre es für Auftritte zu kalt. „Wir nutzen den Winter, um die Fenster zu erneuern, die Türen abzudichten und einen Luftaustauscher zu installieren.“ Finanziert wird das über Beiträge der 95 Mitglieder sowie Zuschüsse von Stadt und Land.

„Nächstes Jahr werden wir volljährig – der Verein entstand 1999 aus einem privaten Fest der Trommelgruppe Kobanga“, sagt Lebisch, „dann gibt es ein größeres Jahresprogramm.“ Auch das Sommerfest im Schlosspark werde größer ausfallen, zudem sei man mit bekannten Künstlern in Verhandlung. Mit welchen, das möchte man beim Verein noch nicht verraten. „Nur so viel: Wenn alles klappt, dann ist der Schlosspark beim Konzert garantiert voll“, sagt Lebisch und lächelt.

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