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Abbey Road in Offenbach?
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Abbey Road in Offenbach?

Kickers Offenbach

Alles für den Verein

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Einige Fans der Kickers können den Gedanken an einen möglichen finanziellen Ruin ihres Vereins nicht ertragen. Das ist wahre Liebe - also organisieren sie Spendenaktion und Unterschriftensammlung, denn alles andere ist nicht denkbar.

Einige Fans der Kickers können den Gedanken an einen möglichen finanziellen Ruin ihres Vereins nicht ertragen. Das ist wahre Liebe - also organisieren sie Spendenaktion und Unterschriftensammlung, denn alles andere ist nicht denkbar.

Im März sollen Kickers-Fans Geldspenden in Fußballschuhen gesammelt und manche sogar ihre heiß geliebten Trikots verkauft haben – nur um dem OFC zu helfen. Der ist in Geldnot und muss bis Ende Mai zwei Millionen Euro auftreiben, damit er nicht pleitegeht. Doch die Fans waren in Not. An wen überweisen?

„Wir haben uns gegründet, um den Spendenwilligen ein Dach zu geben“, erklärt Birgit Scheuermann. Sie ist einer der fünf Initiatoren der neuen Gruppe „Wir für die Kickers“. Die anderen sind ihr Mann Manfred, Udo Zimmermann, Petra Hutschenreiter und Erik Schollenberger. Sie sind Fans, die keinem Fanclub angehören, möchten aber die Fanclubs gewinnen, unter eigenem Namen an der Aktion Kickers-Rettung teilzunehmen.

Also stürzten sie sich seit Ostern in die Arbeit: Spendenkonto einrichten, Homepage erstellen, Unterschriftenaktion anleiern, Unterstützer finden. 1901 Hilfsaktionen sind ihr Ziel. 1901 deshalb, weil sich der Verein in jenem Jahr gründete. Etwa 45 Aktionen sind es bereits. Alle sind mit der OFC-Geschäftsführung abgestimmt. Eine davon ist die groß angelegte Spendenaktion. Über 2000 Euro haben Freunde der Offenbacher Kickers in knapp zwei Wochen überwiesen. Ein kleines Mädchen hat ihr Taschengeld von 2,50 Euro hergegeben.

„Es ist unrealistisch, dass wir mit der Spendensammlung das gesamte Defizit ausgleichen“, sagt Schollenberger. Wir möchten ein positives Bild der Kickers-Fans nach außen vermitteln und dass wir hinter dem Verein stehen und alles tun“, sagt Petra Hutschenreiter. Es soll eben nicht nur schlechte Nachrichten von den Kickers geben. Birgit Scheuermann: „Und wir hoffen auch auf den ganz großen Sponsor.“

300 Unterschriftenlisten

Eine andere Aktion ist die Unterschriftensammlung, mit der Fans die Forderung an die Stadt abzeichnen, „alles, wirklich alles zu tun, um unserem OFC zu helfen“. 300 Unterschriftenlisten ließ die Gruppe drucken. Sie liegen in Kneipen und Fan-Shops aus, nicht nur in Offenbach, auch in Hanau und im Main-Kinzig-Kreis. Wie viele Menschen schon unterschrieben haben, ist nicht klar, weil die Listen noch kursieren.

Am 11. Mai, wenn die Kickers zum letzten Heimspiel der Saison gegen Wehen-Wiesbaden antreten, sollen die Unterschriften Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) überreicht werden. „Wenn er nicht im Stadion ist, bringen wir sie ihm ins Rathaus“, sagt Scheuermann. Diesen Druck auf die Stadt halten die Fans für gerechtfertigt. „Im Restrukturierungskonzept des OFC spielen die Beistellungen der Stadt eine große Rolle“, sagt Manfred Scheuermann. Entweder solle die Stadt die Stadionmiete von einer halben Million Euro jährlich deutlich senken oder die Namensrechte für das Stadion an den Verein zurückgeben.

Die Sparda-Bank zahlt laut Vertrag mit den Stadtwerken zehn Jahre lang jährlich eine halbe Million Euro – an die Stadt. „Wenn der Verein pleitegeht, hat die Stadt gar nichts mehr, keine Miete, und die Sparda-Bank würde die halbe Million nicht mehr zahlen“, sagt Scheuermann. Es wäre nichts gewonnen, aber der Traditionsverein verloren. Das ist die Meinung der Gruppe.

Ein Sprecher der Sparda-Bank hält dagegen, dass bezüglich Namensrechten Verträge einzuhalten seien, die mit der Stadt abgeschlossen wurden. Er bringt ein anderes Problem ein: Für die Namensrechte zahlt die Bank nur, wenn der Verein in der zweiten oder dritten Liga spielt. Würden die Kickers demnächst absteigen, gäbe es gar nichts.

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