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„Albernes Pünktchenkleben“

Neu-Isenburg Kritik am Beteiligungsverfahren zum Stadtquartier Süd

Als „informative Veranstaltung“, bei der die „zugestandenen Beteiligungsformen symbolischer Natur“ waren, hat die Montagsrunde die Anfang März auf zwei Tage verteilte Bürgerbeteiligung zum Neu-Isenburger neuen Stadtquartier Süd bewertet.

Zu wenige Bürger seien erschienen, weil die Öffentlichkeitsarbeit zu gering gewesen sei, die Beteiligung habe sich auf albernes Pünktchenkleben beschränkt und es habe von Anfang an festgestanden, welcher der sechs von Architekturbüros eingereichten Entwürfe vom Empfehlungsbeirat zum Abschluss favorisiert werde und damit die Grundlage für die nachfolgende Rahmenplanung des Gebiets bilde. So lauten die von Holger Tanzki von der Montagsrunde aufgeführten Kritikpunkte, die in einem vierseitigen Schreiben aufgelistet werden.

Lediglich 90 bis 100 Menschen hätten sich für die beiden Informationsveranstaltungen interessiert, wenn man Planer, Organisatoren, Beirat und städtische Mitarbeiter abziehe. Die Verständigung über die als Modell ausgestellten Entwürfe der anwesenden Planungsbüros sei „entlang der bekannten Lager“ erfolgt.

Als Ursache für das geringe Interesse nennt Tanzki zum einen den Zeitpunkt: Berufstätige müssten nach einem langen Arbeitstag noch viel Energie aufbringen, um um 18 Uhr an einem Freitagabend zur ersten Veranstaltung zu gehen. Zum anderen bemängelt die Montagsrunde die vorherige Öffentlichkeitsarbeit zur Bekanntgabe der Entwurfswerkstatt. Diese würde übertroffen von „jedem mittleren Tourneetheater, das in der Hugenottenhalle gastiert“.

Die Bürgerbeteiligung, so die Autoren, sei nicht seriös umgesetzt worden. Die Bürger hatten bunte Punkte bekommen, die sie auf Flipcharts zu planerischen Antworten der Architekturbüros auf die Vorgaben der Stadt kleben „durften“, um damit in einer Art Notenskala die Umsetzung zu bewerten. Darüber hinaus konnten sie aber auch an den Tischen mit den Modellen die Entwürfe mit den Architekten besprechen. „Pünktchenkleben als Mitwirkungshandlung ist ja schon albern. Als Ausdruck für Bürgerbeteiligung ist sie abwegig“, heißt es in der Mitteilung der Montagsrunde.

Auch in der Podiumsdiskussion sei nicht ersichtlich gewesen, wie der Empfehlungsbeirat zu seinem Votum für die Stadtverordnetenversammlung kam. Der Entwurf des Planungsbüros Albert Speer Partner, dessen wesentliche Struktur vom Empfehlungsbeirat übernommen wurde, sei von vornherein im Vorteil gewesen, monieren die Autoren.

Als Grund dafür sehen sie die hohe bauliche Ausnutzung des Plangebiets, die deutlich über dem der meisten anderen Entwürfe lag. Davon erhoffe sich die Stadt besonders viel Geld aus dem neuen Stadtquartier, meinen die Autoren und befürchten, dass der Entwurf „nur ein Zwischenschritt zu einer brutalen, am maximalen Renditeziel der Investoren orientierten Bebauung darstellt“, heißt es in dem Schreiben. (sia.)

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