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Bei der AfD in Stadt und Kreis Offenbach geht es hoch her.

Christin Thüne

AfD wirft Offenbacher Fraktionschefin raus

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Ämtersperren und Parteiausschluss bringen die AfD in Stadt und Kreis Offenbach in die Schlagzeilen.

Die AfD in Stadt und Kreis Offenbach zerlegt sich aktuell offenbar selbst. Ämtersperren und Parteiausschlussverfahren bringen die Partei in die Schlagzeilen.

Am Samstag fand die AfD Offenbach-Land bei ihrer Hauptversammlung im Dietzenbacher Capitol keinen Nachfolger für den 1. Kreissprecher Robert Rankl, der vom Landesverband wegen schlampiger Kassenführung ein Ämterverbot erhalten hatte. Landessprecher Klaus Herrmann spricht allerdings von einem laufenden Verfahren. „Rankl ist suspendiert, hat sich aber an das Bundesschiedsgericht der AfD als nächste Instanz gewandt.“

Eigentlich wollte der Heusenstammer AfD-Fraktionsvorsitzende Carsten Härle nun für den Kreisvorsitz kandidieren. Der Landesvorstand hatte ihn aber wenige Tage zuvor ebenfalls mit einer zweijährigen Ämtersperre belegt und ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn eröffnet. Grund: „parteischädigende Aussagen“, so Landesschatzmeister Bernd Vohl, der für den Landesvorstand in Dietzenbach vor Ort war. Härle muss sich Anfang Juni vor dem Amtsgericht Offenbach wegen Volksverhetzung verantworten. Das Landesschiedsgericht muss die Ämtersperre zwar noch bestätigen oder verwerfen, Härle konnte somit aber am Samstag nicht gewählt werden.

AfD-Bundesschiedsgericht bestätigt Parteiausschluss von Christin Thüne

Jochen Roos, Vorsitzender des Ortsverbands Rödermark, war deshalb der einzige Bewerber, konnte aber keine Stimmenmehrheit auf sich vereinen. „Es gab 23 Ja- und 23 Neinstimmen“, berichtet Vohl. Die Kreissprecherwahl wird nun verschoben, bis das Landesschiedsgericht im Fall Härle entschieden hat.

Währenddessen hat das Bundesschiedsgericht den Ausschluss der Offenbacher Fraktionschefin Christin Thüne aus der Partei bestätigt. Die 57-Jährige will juristische Schritte gegen diesen Beschluss prüfen. Einen Grund für den Ausschluss nannte sie nicht. Nur so viel: Es gehe um eine „ganz dreiste Lüge“. Thüne will als Parteilose Stadtverordnete und Vorsitzende der geschrumpften Fraktion bleiben. Vor ihrem Eintritt in die AfD 2014 hatte sie sich bei Grünen und FDP engagiert.

Das Ausschlussverfahren war 2016 vom alten Landesvorstand betrieben worden. Hermann betonte, man habe sich aus dem Verfahren „komplett rausgehalten“. Thüne war von Parteikollegen wegen Verleumdung und übler Nachrede angezeigt und ihr war vorgeworfen worden, rassistische Witze und Hitlerbilder in einer internen Whatsapp-Gruppe verschickt zu haben. 

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