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Robert Rankl hält die Suspendierung für eine grundlose Maßregelung.

Offenbach

Ämterverbot für AfD-Mann Robert Rankl

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Der AfD-Landesverband will den Vorsitzendes des Offenbacher Kreisverbands Robert Rankl loswerden.

Am Dienstag hatte Robert Rankl den Beschluss in den Händen: Seine Ämtersperre ist rechtens, entschied das Oberlandesgericht Stuttgart im Eilverfahren. Der Vorsitzende der Offenbacher Kreis-AfD bleibt demnach ein weiteres Jahr suspendiert. Eine grundlose Maßregelung, der Landesvorstand wolle damit seine Macht ausbauen, sagt Rankl. Unliebsame Konkurrenz würde von der AfD-Spitze „weggebissen“, das sei so üblich. Landessprecher Robert Lambrou und seine Mitstreiter hätten Angst, dass er ihnen das Wasser abgrabe. „Zweitklassige Führungskräfte stellen keine erstklassige Führungskraft ein“, sagt der 55-Jährige selbstbewusst.

Und er sei nicht der Einzige: „Parteiausschlussverfahren gibt es am laufenden Band.“ Dabei gehe es keinesfalls immer um rechte Gesinnung. Er selbst sei als ehemaliges FDP-Mitglied ja auch ein Liberaler. Trotz der Querelen denkt er derzeit nicht an Parteiaustritt: „Wer nicht kämpft, hat schon verloren“, lautet sein Motto. Die Basis im Kreis Offenbach stehe zu 90 Prozent hinter ihm.

https://www.fr.de/rhein-main/afd-jugend-hessen-zieht-konsequenzen-nach-extremistischen-chats-11777908.html

Rankl gehörte 2013 zu den Gründungsmitgliedern des AfD-Landesverbands. Sein Amt des Kreissprechers der AfD Offenbach-Land muss er zwar ruhen lassen, führt aber weiter die Fraktionen im Kreistag und der Rodgauer Stadtverordnetenversammlung. Von Juni 2015 bis zu seiner erfolglosen Kandidatur zum Landessprecher im Dezember 2017 war er Landesschatzmeister. In dieser Funktion soll er schlampig gearbeitet haben.

Beim Jahresabschluss 2017 habe der neue Schatzmeister Bernd Vohl festgestellt, „dass eine Vielzahl von Belegen fehlte und trotz intensiver Recherche nur teilweise aufgefunden werden konnte“, teilt Landessprecher Klaus Herrmann auf FR-Anfrage mit. „In diesem Zusammenhang zeigte sich Herr Rankl in keiner Weise kooperativ.“ Bis heute fehlten Belege für Ausgaben in Höhe von rund 55 000 Euro. Deshalb habe der Landesparteitag ihm am vergangenen Wochenende die rechtliche Entlastung verweigert.

Kritik an „Klüngelliste“

Weil für Rankl das Thema Finanzen mit seinem Rücktritt als Schatzmeister erledigt war, bestrafte der Vorstand ihn im Mai 2017 mit einer zweijährigen Ämtersperre. Zu Unrecht, wie der 55-Jährige meint. Deshalb das Eilverfahren. Auch andere Vorstandsmitglieder hätten Belege für die Ausgaben gesammelt, die übrigens beim Bundestagswahlkampf getätigt wurden.

Unbeliebt bei den Parteifreunden machte sich der Rodgauer zudem im Vorfeld der Landtagswahl. Dem Landeswahlleiter schickte er zwölf Kritikpunkte an der AfD-Listenaufstellung. Unter anderem ging es um eine „Klüngelliste“ mit Wahlempfehlungen und dass der Landesvorstand acht Delegierte aus dem Lahn-Dill-Kreis „über Nacht entmachtete“. Für dieses Handeln kassierte er ein Parteiausschlussverfahren, das weiterhin schwelt.

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