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Die schmale Traglufthalle am Waldschwimmbad hat so langsam ausgedient.  

Offenbach

Offenbach: Zwei neue Hallen für das Waldschwimmbad

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Der Offenbacher Magistrat leitet die Planungen für Um- und Neubauten am Waldschwimmbad ein. Der Neubau eines Hallenbads ist nicht mehr ausgeschlossen - aber unwahrscheinlich.

Seit 26 Jahren sorgt eine Traglufthalle dafür, dass Offenbachs einziges öffentliches Schwimmbad auch im Winter genutzt werden kann. Nun soll das Waldschwimmbad auf der Rosenhöhe zwei Hallen bekommen – eine neue für das 50 Meter lange Schwimmerbecken und eine zusätzliche für das 25-Meter-Nichtschwimmerbecken. Der Magistrat hat am Mittwoch beschlossen, Geld für die Planung des Vorhabens sowie für die größere der beiden neuen Hallen bereitzustellen – 2,45 Millionen Euro. So soll der Winterbetrieb des Schwimmbads über viele Jahre sichergestellt werden. Die Stadtverordneten müssen noch zustimmen.

„Die Politik bekennt nun Farbe, was die präferierte Variante ist“, sagt Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD). Vier Varianten hatte die Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft OPG untersucht – unter anderem war eine große Halle für beide Becken im Gespräch und die Erneuerung lediglich der Halle über dem 50-Meter-Becken. Nun soll die Zwei-Hallen-Variante kommen. Die Planung wird eine Kostenschätzung dafür liefern. Es muss wohl mehr umgebaut werden, als zunächst gedacht – da auch die Schwimmbadtechnik erneuert werden muss. Zudem muss das 25-Meter-Becken umgebaut werden, um den Richtlinien für Lehrschwimmbecken zu entsprechen – derzeit ist es noch zu tief.

Die Stadt plant den Umbau des Schwimmbads, das vom Ersten Offenbacher Schwimm-Club (EOSC) betrieben wird, schon lange. Unter anderem Personalmangel im Planungsbereich sowie eine akut nötig gewordene Behebung von Sicherheits- und Hygienemängeln im Jahr 2018 haben das Vorhaben aber verzögert.

Großer Erneuerungsbedarf

Von einem „großen Erneuerungsbedarf“ am Schwimmbad spricht OB Schwenke auch heute. Er schwört die Stadtgesellschaft damit schon einmal auf mögliche Kostensteigerungen ein. Denn wenn alle gewünschten Maßnahmen – inklusive dem Neubau eines Funktionsgebäudes – umgesetzt werden, könnte das die Stadt schnell zehn Millionen Euro kosten – „mindestens“, wie Schwenke betont. Deshalb sollen Fördergelder aus dem „SWIM“-Programm des Landes eingeworben werden.

Und es soll geprüft werden, ob die Sanierung des Bads samt Neubau zweier Traglufthallen tatsächlich günstiger kommt als die komplette Neuerrichtung eines Hallenbads. Eine solche Lösung – die wohl über 20 Millionen Euro kosten würde – sei aber „äußerst unwahrscheinlich“, so Schwenke.

Der Bedarf ist groß: 129 dritte und vierte Schulklassen gibt es in Offenbach – und rund die Hälfte der Kinder dieser Klassen kann laut einer Schätzung des Leiters des städtischen Sportmanagements, Manfred Ginder, nicht schwimmen. Diese Offenbacher Kinder sind im Winter derzeit auf das kleine Schwimmbecken der privaten Marienschule angewiesen. Ein Umbau mit Überdachung des kleinen Beckens am Waldschwimmbad wird daher als sehr wichtig erachtet.

Der EOSC-Vorsitzende Matthias Wörner freut sich darüber, dass für jedes Becken eine eigene, jeweils extrabreite Halle entstehen soll. Diese Lösung sorge dafür, dass man die Becken auch unabhängig voneinander nutzen kann. Zudem sei es in zwei Hallen auch deutlich leiser als in einer großen. Über ein Hallenbad auf der Rosenhöhe würde sich Wörner hingegen gar nicht freuen. „Das Flair des Waldschwimmbads würde dann komplett verloren gehen“, befürchtet er.

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