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Eine mehrsprachige Kampagne soll in Offenbach dazu beitragen, die Pandemie einzudämmen.

Offenbach

Weiterhin viele infizierte Heimreisende

  • Fabian Scheuermann
    vonFabian Scheuermann
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Die Stadt Offenbach versucht, den Anstieg der Corona-Neuinfektionen aufzuhalten. Die verschärften Corona- Einschränkungen wurden gerade um vorerst eine Woche verlängert.

Es ist jeden Tag die gleiche Anmerkung, die die Pressestelle der Stadt Offenbach den aktuellen, lokalen Corona-Infektionszahlen hinzufügt: Unter den neu mit dem Virus infiziert gemeldeten Menschen befänden sich auch heute wieder Reiserückkehrende. Am Freitag war es unter sechs neu infizierten Personen zwar „nur“ eine, am Donnerstag aber drei von sieben und am Dienstag sogar vier von fünf. Bei den meisten anderen Neuinfektionen handelte es sich um Kontaktpersonen. Als Hauptherkunftsregionen der infizierten Reisenden nennt das Offenbacher Gesundheitsamt auf Nachfrage Spanien, die Balkanstaaten und die Türkei.

Strafen und Infos

1116 Verstöße gegen das Abstandsgebot hat die Stadt Offenbach bislang festgestellt – davon wurden 467 mit Bußgeld belegt, weitere rund 500 Verfahren sind in der Bearbeitung. Summe der Bußgelder bisher: 112 760 Euro.

Gegen Reiserückkehrende wurden in zehn Fällen Bußgeldverfahren eröffnet.

Die Stadt informiert Reisende auf www.offenbach.de/reiseinfo und www.offenbach.de/return. fab

Noch vor einem Monat lag die Anzahl der gleichzeitig mit dem Coronavirus Infizierten in Offenbach bei unter zehn Personen. Seit Anfang August sind es durchgängig über 60, am Freitag waren es 71. Und der Inzidenzwert – also die Neuinfektionen pro 100 000 Personen – lag bei 28: hessenweiter Negativwert, der auch bundesweit zu den schlechtesten zählt.

Am regnerischen Donnerstag war am Mainufer eh nicht vielen zum Picknicken zumute.

Die Stadt versucht, mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Dazu zählen über die hessenweit geltenden Bestimmungen hinausgehende Einschränkungen etwa bei Pflegeheimbesuchen, beim Picknicken oder beim Gruppensport. Ein Beispiel: Während sich landesweit bis zu zehn Personen oder zwei Hausstände ohne Mindestabstand öffentlich gemeinsam aufhalten dürfen, sind in Offenbach derzeit nur noch Ansammlungen von Personen erlaubt, die zu einem Hausstand gehören – falls sie dabei essen oder trinken. Bei Familien sehe man es nicht so eng, heißt es bei der Stadt – sofern die nötigen Abstände zu fremden Menschen eingehalten werden.

Der Offenbacher Corona-Verwaltungsstab hat dieses Picknickverbot und weitere Regelverschärfungen gerade um vorerst eine weitere Woche bis 26. August verlängert. Auch hat die Stadt Plakate aufgestellt und in Geschäften, Betrieben und Bussen Flyer verteilt, die mehrsprachig über die Infektionslage informieren.

Die Offenbacher Stadtpolizei kontrolliert auch in S-Bahn-Stationen die Einhaltung der Maskenpflicht.

Dritter Pfeiler der Maßnahmen sind verschärfte Kontrollen: So hat sich die Stadtpolizei vom 6. bis zum 9. August ausschließlich mit Verstößen gegen die Corona-Regelungen befasst. Die Streifen kontrollierten die Maskenpflicht in S-Bahnhöfen, an Bushaltestellen und in Supermärkten, prüften Gästezettel in der Gastronomie und suchten nach zu großen Gruppen, die im Freien aßen oder tranken. Die Bilanz: Rund 215 Verstöße gegen die Maskenpflicht, fünf Verstöße gegen das Picknickverbot, vier geschlossene Bars und die Auflösung mehrerer Tumulte am Waldschwimmbad Rosenhöhe – unter anderem ausgelöst durch Leute, die gehofft hatten, noch Restkarten zu erhalten. Für das personell dünn besetzte Offenbacher Gesundheitsamt ist die Situation – wie andernorts auch – eine große Herausforderung. Allein die Betreuung der rund 550 in Quarantäne befindlichen Personen bindet viel Personal. Um die Belastung abzufedern, ist in Offenbach eine App im Einsatz, über die das Amt mit den Menschen in Quarantäne kommunizieren kann. Zudem werden gerade vier neue Personen eingearbeitet, fünf weitere nehmen nächste Woche ihren Dienst auf. Auch gibt es Unterstützung aus anderen Teilen der Verwaltung: Vor allem bei der Übersetzung der Telefondienste in verschiedene Sprachen.

Dass in Offenbach nur eine einzige infizierte Person im Krankenhaus liegt, erklärt Gesundheitsamtsleiter Bernhard Bornhofen unter anderem damit, dass sich im Urlaub vor allem Jüngere infiziert hätten.

Unterdessen erfindet eine Studentin in Dänemark eine selbstreinigende Corona-Maske. Mit spezieller Technik zerstört die Maske Viren und Bakterien - Ein Durchbruch in der Corona-Pandemie?

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