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Eine Informationskampagne soll in Offenbach zur Bekämpfung der Pandemie beitragen.

Blick nach Offenbach

Warnstufe Rot bereits im August

  • Fabian Scheuermann
    vonFabian Scheuermann
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Nach der Einführung neuer Regeln und dem Ende der Reisezeit im August beruhigte sich die Lage in Offenbach zunächst wieder. Nun steigen die Zahlen auch dort wieder schnell an.

Aus Offenbacher Sicht provoziert die Entwicklung der Corona-Pandemie in der Region dieser Tage ein Déjà-vu. Denn was in Frankfurt nun geschieht – die Einführung neuer Einschränkungen aufgrund des Anstiegs der Corona-Infektionszahlen – hat Offenbach im August schon einmal durchgemacht. Und auch dieser Tage sieht es dort mit über 46 Neuinfektionen pro 100 000 Personen so aus, als stünden auch abermals neue Einschränkungen bevor. Die Stadt will heute bekanntgeben, ob weitere – und wenn ja, welche – Einschränkungen kommen. Schon jetzt ist klar, dass an Offenbachs weiterführenden Schulen nach den Herbstferien mindestens eine Woche lang auch im Unterricht Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss.

Aktuelle Informationen zu Offenbach

Aktuelle und ausführliche Informationen zur Infektionslage inn Offenbach und zu geltenden Regelungen stellt die Stadt auf dieser Seite bereit: https://www.offenbach.de//leben-in-of/gesundheit/dir-6/corona/index.php

Die Situation erinnert an den 21. August: An dem Tag hatten Stadt und Land in einer Pressekonferenz im Stadion am Bieberer Berg ihre Strategie zur lokalen Eindämmung der Pandemie bekanntgegeben. Mit 52 Neuinfektionen auf 100 000 Menschen hatte Offenbach am Tag zuvor als erste Gebietskörperschaft in Hessen den kritischen Wert von 50 überschritten. Ab dann gilt die Warnstufe Rot des „Präventions- und Eskalationskonzeptes“ des Landes und es müssen schärfere Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens ergriffen werden. Als Grund für den Anstieg wurde die Infektion vieler Menschen aus Offenbach im Sommerurlaub ausgemacht.

Das Erreichen der Warnstufe Rot sei „kein Anlass für Panik“, hatte Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) damals gesagt. Gleichzeitig richtete er an die Bevölkerung die Forderung, zwei Wochen lang „jeden unnötigen Kontakt“ zu vermeiden. Die im August von der Stadt eingeführten Regelungen lassen sich als moderat beschreiben: So gab es verschärfte Kontaktbeschränkungen, eine nächtliche Sperrstunde für die Gastronomie sowie mehr Kontrollen der Maskenpflicht und anderer Regelungen vor allem in der Innenstadt. All das schien zu wirken: Nach nur wenigen Tagen sank der Inzidenzwert wieder unter die 50er-Marke und Anfang September hob die Stadt die meisten verschärften Regelungen wieder auf.

Doch jetzt steckt Offenbach wie Frankfurt voll drin in der dritten Corona-Welle. Nach einem zwischenzeitlichen Tiefpunkt der Neuinfektionen Ende September steigen die Zahlen wieder an. Wie andernorts gebe es eine „steigende Anzahl von Fällen, bei denen die Ansteckungsquelle unbekannt ist“, sagt Stadtsprecher Fabian El Cheikh. Und es gibt wieder Tote: Anfang der Woche erlag ein über 90-jähriger Mann dem Virus. Es ist der zehnte Todesfall in Offenbach seit Beginn der Pandemie.

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