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Die Mieten der GBO An den Eichen bleiben günstig.

Offenbach

Umsatzverzicht für bezahlbares Wohnen

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
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Ein Zehnjahresplan der Stadt Offenbach hält 824 Wohnungen der GBO in der sozialen Bindung. Oberbürgermeister Felix Schwenke spricht von einem „historischen Beschluss“.

Seit Jahrzehnten gibt es in der ganzen Bundesrepublik einen klaren Trend: Der Anteil öffentlich geförderter Wohnungen nimmt massiv ab. Dem will die Stadt Offenbach nun entgegenwirken. Am Mittwoch hat der Magistrat einen Zehnjahresplan beschlossen, um 824 Wohnungen der Gemeinnützigen Baugesellschaft Offenbach (GBO) in der sozialen Bindung zu halten. Die Stadtwerketochter verzichtet so alleine in den Jahren 2030 bis 2035 auf rund vier bis fünf Millionen Euro Umsatz. Die Stadt finanziert diese Zuschüsse aus der Fehlbelegungsabgabe, das Land hat für die Bindungsverlängerung eigene Programme.

„Ohne diesen Beschluss würden diese Wohnungen nicht mehr zu den bezahlbaren Preisen der öffentlichen Förderung zur Verfügung stehen“, sagte Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD). Er sprach von einem „historischen Beschluss“, für den er sich seit seinem Amtsantritt im Januar 2018 eingesetzt habe.

Dass die Tansania-Koalition sich nun mit den Lorbeeren des Beschlusses schmückt, verlangte Schwenke gestern nur ein Lächeln ab. „Formal mussten sie natürlich zustimmen. Das ist richtig“, sagte Schwenke. „Ohne dass wir das erarbeitet hätten, gäbe es aber diesen Beschluss nicht.“

 Zahl der geförderten Wohnungen stabilisieren

Damit meinte der OB sich und Annette Schroeder-Rupp, die Geschäftsführerin der GBO, die er beauftragt habe, Wege zu finden, um die Zahl der geförderten Wohnungen zu stabilisieren. „Das war eine aufwendige Aufgabe und wir haben dazu drei Bausteine erarbeitet“, sagte Schroeder-Rupp.

Beim ersten Baustein werden 287 Wohnungen, bei denen das Potenzial für Mieterhöhungen gering gewesen wäre, in der Bindung gehalten. Die öffentlichen Zuschüsse für diese Wohnungen liegt bei monatlich jeweils 80 Cent pro Quadratmeter Wohnfläche. „Beim zweiten Baustein kaufen wir Belegungsrechte von 204 Wohnungen an“, führte Schroeder-Rupp weiter aus. Diese würden als Ersatz für Wohnungen genommen, die in den kommenden Jahren aus der Bindung fallen. Hier wurde sich in Gegenden umgeschaut, wo die Mietsteigerungen nicht „so eklatant wären“, so die GBO-Geschäftsführerin. Schließlich müssten die Wohnungen saniert und instand gehalten werden. Beim dritten Baustein wird die Bindung von 371 Wohnungen durch eine Modernisierung mit öffentlichen Mitteln verlängert.

Die Zahl der Sozialwohnungen ist in Offenbach von 5350 im Jahr 2000 auf 3731 im Jahr 2019 zurückgegangen. Gleichzeitig gibt es mit 62 000 Wohnungen fast 3000 mehr als noch vor 19 Jahren. Deshalb will Felix Schwenke einen weiteren Zehnjahresplan auflegen. „Daran wird seit längerer Zeit gearbeitet“, betonte der Sozialdemokrat. Mit dem jetzigen Beschluss sei dem Fass ein Boden eingezogen worden, auf dem sich nun aufbauen lasse.

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