+
Die Offenbacher Stadtpolizei hat zwölf neue Einsatzkräfte. 

Offenbach

Offenbach: Stadtpolizei jetzt rund um die Uhr im Einsatz

  • schließen

Die Einführung des 24-Stunden-Dienstes der Offenbacher Stadtpolizei wurde wegen der Corona-Pandemie um einige Monate vorgezogen. 150 Anhörungen wegen Verstößen gegen Konttaktverbot.

Seit Montag sind die Einsatzkräfte der Offenbacher Stadtpolizei im Schichtdienst sieben Tage die Woche rund um die Uhr im Einsatz. Eigentlich sollte der 24-Stunden-Dienst erst im Juli beginnen – wegen der Corona-Pandemie hat sich die Stadt aber dafür entschieden, das Ganze vorzuziehen. Die Stadtverordneten hatten vor anderthalb Jahren beschlossen, neue Stellen bei der Stadtpolizei zu schaffen, um die Ausweitung der Dienstzeiten zu ermöglichen. Da die zwölf neuen Angestellten ihre Ausbildung bereits abgeschlossen haben, war ein Beginn schon jetzt möglich.

Die Stadtpolizei hat aktuell auch in Offenbach besonders viel zu tun: „Sie überwacht zurzeit vor allem die Einhaltung der Kontaktverbote und alle weiteren Regelungen im Rahmen der Corona-Pandemie“, heißt es bei der Stadt. So habe es schon 150 Anhörungen in Verfahren wegen Verstößen gegen das Kontaktverbot gegeben, manche Menschen seien bereits mehrfach verwarnt worden.

Beschränkungen: Offenbach fährt härteren Kurs als andere Kommunen

Offenbach fährt bei den Beschränkungen einen etwas härteren Kurs als viele andere Kommunen. Dort wurden beispielsweise in den vergangenen Wochen ein öffentlicher Platz und ein Park abgesperrt und Sitzbänke am Wilhelmsplatz, wo der Wochenmarkt stattfindet, abmontiert, um zu verhindern, dass sich die Menschen zu nahe kommen. Und Ordnungsdezernent Peter Freier (CDU) und Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) ließen sich medienwirksam bei Kontrollen am Mainufer mit Stadtpolizisten fotografieren – der OB gar in einer Schutzweste.

Bisher war nachts zwischen 1 und 6 Uhr sowie sonn- und feiertags in Offenbach stadtpolizeifreie Zeit. Bei den Diskussionen um neue Stellen hatte Ordnungsdezernent Freier bereits vor ein paar Jahren angemerkt, dass derlei eingeschränkte Dienstzeiten nicht zur Realität einer wachsenden Großstadt im Ballungsraum passten.

Die Ausweitung der Dienstzeiten ist ebenso wie die Wiedereinführung des „Freiwilligen Polizeidienstes“ im vorigen Jahr – einer Art Bürgerstreife – als Erfolg der Offenbacher CDU innerhalb der Koalition mit Grünen, FDP und Freien Wählern zu verstehen. Die Grünen wiederum hatten, ebenfalls im vergangenen Jahr, einen Beschluss durchgesetzt, der festlegt, dass die Stadt im Sinne von mehr Transparenz künftig jährlich einen Tätigkeitsbericht der Stadtpolizei sowie des „Freiwilligen Polizeidienstes“ vorlegen muss.

Zahlen und Fakten 

Über 2000 Anrufe und Vorsprachen gab es seit Jahresbeginn laut Stadt bei der Offenbacher Stadtpolizei. 1330 davon hatten Corona-Bezug (Stand 23. April).

Zwölf neue Einsatzkräfte wurden zur Umsetzung des Rund-um-die-Uhr-Dienstes der Stadtpolizei eingestellt. Somit gibt es nun 54 Stellen bei der Stadtpolizei – inklusive dem Personal für die Verkehrsüberwachung.

 fab

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare