Wassertreten: Die vierjährige Elysia Vittoratos hat ihren Spaß. Ihr Vater ärgert sich über die Riesenpfütze vor der Haustüre.

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Offenbach: Riesenpfütze vor der Haustüre sorgt für Ärger

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Seit vier Jahren repariert die Stadt Offenbach eine abgesenkte Straße nicht. Sie befürchtet, fürSchäden an einem Haus durch Vibrationen während der Sanierung aufkommen zu müssen.

Wenn Christos Vittoratos von dem Loch mit der Riesenpfütze vor seinem Haus im Stadtteil Lauterborn erzählt, in der im Sommer Kinder planschen und auf der es sich im Winter Schlittschuhlaufen lässt, klingt das verdammt nach Satire. Doch lustig findet der Offenbacher Unternehmer den Zustand der Straße nicht. Denn der dauert schon vier Jahre an. 2016 hatte die Stadt rund um die Senke eine provisorische Absperrung errichtet. Das war’s. Seitdem hat sich an der Situation trotz etlicher E-Mails und Telefonate nichts geändert.

Das Problem sei der Stadt hinreichend bekannt, sagt Vittoratos, der sich im Vorstand der Ernst-May-Gesellschaft in Frankfurt engagiert. Vor gut einem Jahr hatte die FR über die Riesenpfütze berichtet. Oberbürgermeister Felix Schwenke habe daraufhin versprochen, sich um die Angelegenheit zu kümmern. Das tat er auch. Vittoratos dankte ihm, bedauerte aber, „dass unser erster Kontakt wegen einer Pfütze erfolgt“.

Seine Hoffnung, das Loch werde zügig trockengelegt, erfüllte sich jedoch nicht. Schwenke äußerte in einer E-Mail Ende Februar 2019 zwar großes Verständnis dafür, „dass Ihnen die Absperrung vor Ihrer Haustür und die Wasseransammlung bei Regenfällen missfällt“. Doch alles habe seine Richtigkeit. Es gebe mehrere Beteiligte, „aber keine Täter“.

Denn die Stadt habe nicht mutwillig den Boden abgesenkt. Das passiere an vielen Stellen in Offenbach. Die Ursache für die Absenkung in der Egerländer Straße sei noch unklar. Sicher ist nur, dass das Loch für Schäden an einem Nachbarhaus der Vittoratos verantwortlich ist. Es sei nicht standsicher, heißt es. Eine Sanierung von Straße und Gehweg sei deshalb nicht möglich, weil dabei Vibrationen unvermeidlich und weitere Schäden an dem Gebäude zu befürchten seien.

Und dieses Haftungsrisiko will die Stadt nicht eingehen. Sie habe daher die bereits für Frühjahr 2019 geplanten Arbeiten verschoben und mit der Absperrung der Verkehrssicherungspflicht genügt, ließ sie Vittoratos wissen. Und wieder verging ein Jahr mit dem eingezäunten Teich im Asphalt.

Der Unternehmer kann nach wie vor nicht vor seiner Haustüre parken und muss seine beiden anderthalb und vier Jahre alten Töchter ermahnen, nicht über die Straße zu rennen, wenn er das Auto gegenüber abstellt. Für die Kinder sei es normal, dass sie vor dem Haus einen kleinen See hätten. „Sie kennen es ja nicht anders.“

Nach seinen Worten kam es in der Straße und in Lauterborn schon früher zu Absenkungen und Rohrbrüchen, die aber immer umgehend repariert worden seien. Die Stadtsprecherin erklärte auf FR-Anfrage das lange Prozedere damit, dass, solange Regressforderungen bei Schäden am Nachbarhaus durch Vibrationen nicht auszuschließen seien, dort nicht gearbeitet werden könne.

Diese Argumentation nennt Vittoratos absurd. Die Sanierung des Gebäudes sei vor Monaten abgeschlossen worden. „Doch die Straße ist kaputt wie eh und je.“

Auf erneute Nachfrage hieß es bei der Stadt, die Stadtwerke seien an der Sache dran. Ein Ergebnis lag bis gestern nicht vor.

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