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Im Inneren eines Offenbacher Rechenzentrums.

Offenbach

Offenbach: Rechenzentrum statt Feuchtbiotop

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    Fabian Scheuermann
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Ein US-Unternehmen will im Osten der Stadt auf 15 Hektar Fläche ein Rechenzentrum bauen. Ein Feuchtbiotop mit Eidechsen wird dafür verlegt.

Das US-amerikanische Unternehmen CloudHQ will ein Rechenzentrum in Offenbach errichten. Laut eigenen Angaben sollen auf einer 14,5 Hektar großen Fläche zwei doppelstöckige Daten-Hallen entstehen. Das einzige bebaubare Grundstück in Offenbach, das derzeit für eine Industriebebauung dieser Größe infrage kommt, ist ein Areal im Osten der Stadt zwischen Bahntrasse und Lämmerspieler Weg am Waldrand, das vom Druckmaschinenhersteller Manroland Sheetfed lange als Erweiterungsfläche vorgehalten wurde – nun aber nicht mehr benötigt wird.

Die Stadt will sich zu dem konkreten Vorhaben auf dem Areal, das von der Größe her dem gesamten Neubaugebiet „An den Eichen“ in der Nähe entspricht, noch nicht näher äußern. Die Presseabteilung teilte nur mit, dass in Zusammenarbeit mit Manroland, der städtischen Wirtschaftsförderung, und Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) ein Unternehmen gewonnen werden konnte, das die „große Brachfläche im Gewerbegebiet Lämmerspieler Weg“ bebauen will. Das Gelände, auf dem Büsche und Schilf wachsen, wurde bereits im Offenbacher „Masterplan 2030“ als Gewerbegebiet ausgewiesen. Es besteht Baurecht.

Doch bei der Bebauung gibt es noch einiges zu beachten: Wie die Stadt auf Nachfrage mitteilte, befindet sich auf dem Areal ein Biotop für Eidechsen und Feuchtpflanzen. „In Abwägung aller Interessen“ habe man eine Lösung gefunden, die eine Entwicklung der Fläche „gemäß Baurecht“ ermögliche – bei gleichzeitigem „naturrechtlichen Ausgleich“. Das heißt: Das Biotop soll in der Nähe neu angelegt werden, zudem seien als Ausgleich für die massive Bebauung weitere Maßnahmen wie Aufforstungen geplant.

Am heutigen Mittwoch starten laut Stadt bereits die vorbereitenden Arbeiten auf dem Areal: Bäume und Sträucher werden gerodet und mit der Verlagerung des Biotops wird begonnen. Den genauen Standort des neuen Biotops nannte die Stadt noch nicht. Aus Gründen des Vogelschutzes erfolgten die Arbeiten schon jetzt – damit sie bis zum Beginn der Brut- und Setzzeit Mitte März beendet sind.

Noch nicht öffentlich gemacht wurde, ob die Stromversorgung auf dem Areal für ein Rechenzentrum dieser überdurchschnittlichen Größe ausreicht – weder Stadt noch Energieversorgung Offenbach (EVO) wollten sich am Dienstag dazu äußern. Laut Investor plane die EVO am Rechenzentrum, eine eigene Umspannstation zu errichten. mit ann

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