Besondere Orte sollen die Offenbacher Innenstadt Attraktiver machen.
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Besondere Orte sollen die Offenbacher Innenstadt Attraktiver machen.

Offenbach

Offenbach: Magistrat beschließt Innenstadtkonzept

  • Fabian Scheuermann
    vonFabian Scheuermann
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Von der neuen Stadtbibliothek zum Kaufhaus für regionale Produkte mit Streetfood-Markt und Kultur: Der Magistrat hat diese Woche den Startschuss für fünf konkrete Projekte in der Innenstadt gegeben.

Eine neue Stadtbibliothek samt Kulturzentrum in der Fußgängerzone und ein Kaufhaus für regionale Produkte mit Straßengastronomie: Das sind zwei Vorhaben aus Offenbachs neuem Innenstadtkonzept. Der Magistrat hat es am Mittwoch beschlossen – und damit auch die Machbarkeitsstudien für Bibliothek und Kaufhaus sowie den Planungsstart dreier Pilotprojekte. Die Stadtverordneten müssen noch zustimmen.

„Die Monostruktur der Innenstadt ist für uns zum Problem geworden“, erklärte Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) die Notwendigkeit eines Umdenkens in puncto Innenstadt. In Zeiten des Internethandels könne eine Fußgängerzone, die nur auf Einzelhandel setze, nicht mehr bestehen. Es brauche mehr Wohnraum, Kulturangebote sowie spannende öffentliche Räume, um Menschen anzulocken.

Drei solch besondere Innenstadt-Orte sollen in Offenbach in den nächsten Jahren geschaffen werden. Als erstes Pilotprojekt ist die Umnutzung eines Pavillons vor dem Rathaus geplant, in dem sich derzeit ein Polizeiladen befindet. Wenn der Laden nächstes Jahr in die neue Stadtwache umzieht, soll Gastronomie in den städtischen Bau einziehen – mit einer großzügigen Terrasse auf dem Flachdach.

Pilotprojekt  „grünes Band“

Als weiteres Pilotprojekt ist ein „grünes Band“ zwischen dem Hugenottenplatz und dem Platz der Deutschen Einheit geplant. Laut Stadt soll eine „Folge aus begrünten Plätzen, berankten Fassaden und bepflanzten Dächern oder farbenfroh gestalteten Aufenthaltsbereichen“ entstehen. Das dritte Vorhaben ist ein Feste-Programm, in dessen Rahmen neue Veranstaltungsformate ausprobiert werden. Die Schaffung des Regional-Kaufhauses und die Modernisierung der Bibliothek samt Umzug sieht die Stadt als „eher langfristige, weil mit erheblichen Kosten verbundene Schlüsselprojekte“ an. 200 000 Euro stehen für die Machbarkeitsstudie zur Bibliothek bereit – die Studie für das Kaufhaus soll aus laufenden Mitteln bezahlt werden.

Die Stadt hatte vor zwei Jahren mit dem IHK-nahen Verein „Offenbach offensiv“ das Hamburger Planungsbüro „urbanista“ mit dem „Zukunftskonzept“ für die Innenstadt beauftragt. Die nun vorgestellten Projekte sind Teil des 145 Seiten dicken Konzepts, das unter dem Titel „Offen denken“ weitere Ideen enthält – etwa ein „Leerstands-Festival“ oder die Bebauung ungenutzter Räume mit Mikro-Gebäuden. Ende der Woche soll das Dokument ins Netz gestellt werden.

Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) betonte, dass es sich keineswegs „um die Spinnerei hipper Leute aus Hamburg“ handele, sondern um eine „substanzielle Chance“ für die Innenstadt, die man ergreifen wolle. Stadtsprecher Fabian El Cheikh sprach von einer „Richtschnur für die nächsten zehn Jahre“. Zur Koordinierung der Vorhaben wird es eine neue Stelle geben. Jedes Projekt muss noch einmal den Stadtverordneten vorgelegt werden.

Der Geschäftsführer von „Offenbach offensiv“, Frank Achenbach, fordert „schnelle Erfolge“ – auch, weil der Druck auf den Einzelhandel durch Corona weiter zunehme. Es sei daher richtig, zunächst kleinere Projekte in Angriff zu nehmen. Dezernent Weiß betonte, man sei auch auf das Geld von Investoren angewiesen.

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