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Sind hellwach, während andere noch schlafen: Offenbacher Schüler am frühen Freitagmorgen.

Fridays for Future

Schüler demonstrieren in Offenbach und sammeln dabei Müll

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Der Fridays-for-Future-Protest dehnt sich auch auf Offenbach aus

Julia Endres ist zufrieden mit dem ersten Fridays-for-Future-Protest in Offenbach. Zwar kamen statt der 500 erwarteten Schüler 300 zu Kundgebung und Demonstration am Freitagvormittag. Doch die hätten sichtlich Spaß gehabt, ihren Protest gegen die weltweite Umweltverschmutzung auf die Straße zu bringen, erzählt die stellvertretende Stadtschülersprecherin.

Es gab eine Schweigeminute im Sitzen für die Opfer der Überschwemmung in Afrika – Opfer des Klimawandels, wie Endres sagt. Dazu zahlreiche Redebeiträge – von Stadt- und Landesschülerrat, DIDF-Jugend, Greenpeace, Naturfreunden und einem Soziologen, der auf die gesellschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels hinwies. Daneben habe es so viele Wortmeldungen von Schülern gegeben, dass die Veranstalter das Mikrophon am Ende abschalten mussten. Doch dieser Protest wird nicht der letzte gewesen sein, verspricht Endres.

Und weil es die Offenbacher Schüler sehr ernst meinen mit dem Umweltschutz, haben sie auf dem Demozug ganz nebenbei noch einen Haufen Müll von der Straße gelesen und symbolträchtig in ein lebensgroßes Delphinmodell gestopft, das August-Bebel-Schüler einst in einem Umweltprojekt erschaffen hatten. Auch Flora und Fauna der Meere sind in den Augen der Schüler Opfer verfehlter Klimapolitik.

Unterdessen protestiert die Offenbacher AfD ihrerseits gegen die Demo. Die Schüler würden – auch von hochrangigen Politikern – zum Schuleschwänzen und damit zu einem „Rechtsbruch“ aufgefordert, sagte Christin Thüne. Die AfD-Sprecherin ist sich sicher, dass „viele der Schüler die Gelegenheit einfach nutzten, um dem Unterricht fern“ zu bleiben. Wären die Proteste am Nachmittag, wäre „die Zahl der Beteiligten deutlich geringer“ und „so gut wie niemand (würde) davon Notiz nehmen“. Genau solche Argumente wollen die Offenbacher Schüler aushebeln und planen eine Demonstration am Samstag. „Wir glauben nämlich, dass dann noch mehr Schüler mitmachen werden“, sagt Julia Endres. Sie ist davon überzeugt: Viele waren am Freitag nicht dabei, weil die Schulämter und Schulleiter vom Ministerium die Anweisung erhalten haben, Schüler nicht für die Proteste zu entschuldigen.

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