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Ob dieses Angebot in Bieber-Nord auch in der Corona-Krise noch gilt, ist nicht bekannt. 

Offenbach

Offenbach: Grundstückspreise steigen rasant

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Die Flächen in Offenbachs Baugebieten sind heute bis zu 60 Prozent teurer als noch vor zwei Jahren. Das und mehr ist der neuen Bodenrichtwertkarte der Stadt zu entnehmen.

Die Grundstückspreise in Offenbach steigen weiter an. In den Neubaugebieten Bürgel-Ost und Bieber-Nord und bei Flächen für Mehrfamilienhäuser im Stadtgebiet sind die Quadratmeterpreise in den vergangenen beiden Jahren sogar um bis zu 60 Prozent gestiegen. Das ist der neuen Bodenrichtwertkarte zu entnehmen, die der Offenbacher Gutachterausschuss für Immobilienwerte veröffentlicht hat.

Ermittelt wurden die neuen Durchschnittswerte anhand von Kaufverträgen von unbebauten Grundstücken oder Abrissobjekten im Stadtgebiet aus den Jahren 2018 und 2019. Extrem gestiegen sind die Werte in den Neubaugebieten an den Stadträndern, wo derzeit Wohnraum für mehrere Tausend Menschen entsteht: So sind die Quadratmeterpreise für Grundstücke im Baugebiet Bürgel-Ost, auf denen Ein- oder Zweifamilienhäuser entstehen sollen, von 360 Euro im Jahr 2018 auf jetzt 575 Euro gestiegen. In Bieber-Nord sind die Preise in diesem Segment von 420 auf 600 Euro geklettert. Bei Grundstücken, auf denen in Bieber-Nord Mehrfamilienhäuser entstehen, kletterten die Preise von 580 auf 750 Euro.

Mehr Informationen

Die neuen Bodenrichtwerte  für Offenbach können unter offenbach.de/ bodenrichtwerte eingesehen werden.

Werte für ganz Hessen  sind in dem Onlineportal „Boris“ hinterlegt: hvbg.hessen.de/immobilienwerte/ boris-hessen. Aktueller sind manchmal aber die Seiten der Kommunen. 

Diese Entwicklung wirkt sich auch als Faktor auf die Kaufpreise für Häuser und Wohnungen in Offenbach aus. So bietet die Neu-Isenburger Immobilienfirma Greiner-Immobilien Reihenhäuser in Bieber-Nord für durchschnittlich 620 000 Euro an. Und Dreizimmerwohnungen in den „Kappus-Höfen“, die auf dem Gelände der ehemaligen Seifenfabrik Kappus im Stadtzentrum entstehen, bietet die Bruchköbeler Firma Herrmann-Immobilien für Preise zwischen 420 000 und 540 000 Euro an. Stadtweit gesehen ist der Quadratmeter Bauland für Geschosswohnungsbau in zwei Jahren laut Gutachterausschuss um satte 50 Prozent teurer geworden.

Erstmals seit längerer Zeit sind in den vergangenen beiden Jahren auch die Preise für gewerblich nutzbare Bauflächen in Offenbach angestiegen – um zehn Prozent. Die Stadt legt auf diese Entwicklung besonderen Wert, da man am Kaiserlei einen florierenden Bürostandort entwickeln möchte. Nicht gestiegen sind indes die Preise für Bauland rund um die Offenbacher Fußgängerzone – dort sind die Richtwerte im Vergleich zu 2018 unverändert geblieben.

Nachfrage eingebrochen

Doch dass auch die Immobilienwirtschaft die Corona-Krise nicht ohne Schaden hinter sich lassen wird, ist abzusehen. So berichtet Stefan Greiner von der gleichnamigen Immobilienfirma, dass die Nachfrage nach neuen Häusern in Bieber-Nord in den vergangenen Wochen eingebrochen sei. „Hatten wir vorher zehn Anfragen pro Woche, sind es jetzt noch zwei.“ Das liege auch daran, dass die Banken bei der Finanzierung von Wohnraum spürbar zurückhaltender geworden seien und mehr Kreditwünsche ablehnten als vor Corona. Um weiterhin zu verkaufen, müsse man jetzt „eifriger“ arbeiten, so Greiner. Offen ist, ob diese Entwicklung dazu führt, dass Wohnraum in Offenbach auch wieder einmal günstiger wird.

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