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Die Koalition will städtische Mittel geschlechtergerecht verteilen – zunächst bei der Jugendarbeit. Foto: Renate Hoyer.

Offenbach

Offenbach: Gleiches Geld für Frauen und Männer

  • Fabian Scheuermann
    vonFabian Scheuermann
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Die Offenbacher Rathaus-Koalition will städtische Mittel künftig geschlechtergerecht verteilen - und bei der Jugendarbeit damit anfangen.

Die Offenbacher Verwaltung soll prüfen, welche Mittel in der Jugendarbeit für Mädchen, Jungen oder für alle gleichermaßen ausgegeben werden. Das steht in einem Antrag der Koalition aus CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern, der in der nächsten Sitzung der Stadtverordeten im September behandelt werden soll. Der Antrag wird auf Initiative der Grünen eingebracht. Ziel sei es, „städtische Ressourcen geschlechtergerecht zu verteilen“, heißt es in einer Mitteilung der Partei.

Die Prüfung der Ausgaben im Bereich der Jugendarbeit sei nur ein „exemplarischer erster Schritt“. Mittelfristig sollen auch andere Bereich im Haushalt darauf abgeklopft werden, welchen Geschlechtern die Ausgaben zugute kommen – laut der Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Ursula Richter, könnten dies etwa Sport oder Verkehr sein. Wenn nötig, wolle man die Ausgaben neu ausrichten. „Es geht nicht darum, einen separaten Haushalt für Frauen zu erstellen, sondern die Geschlechterperspektive einzubeziehen und zu schauen ob es gerecht zugeht“, so Richter.

Gleichzeitig soll der Haushalt „allgemeinverständlicher werden mit Erläuterungen, Zielen und Zielgruppen“, heißt es – denn nur so werde die die Mittelverteilung „transparent und steuerbar“.

Die SPD unterstützt das Vorhaben. Die Koalition greife mit dem Antrag eine „langjährige Forderung des Frauenbüros“ auf, so die SPD-Stadtverordneten Gertrud Marx. Bislang habe man eine Aufschlüsselung nach Geschlechtern bereits in den Sitzungen des Jugendhilfeausschusses verlangt und vom Jugendamt zur Verfügung gestellt bekommen. Marx betont, dass bei einer „möglichen Schieflage der Quote kein bestehendes Projekt reduziert oder gar eingestellt werden“ dürfe. Um eine Ausgewogenheit zu erreichen, solle man darauf achten, ausschließlich zusätzliche Mittel bereitzustellen.

Der linke Stadtverordnete Sven Malsy kritisiert, dass der Antrag davon ausgehe, „dass es nur zwei Geschlechter gibt, die man gleichstellen müsse“ – die Koalition habe queere Identitäten nicht berücksichtigt. Gerade im Jugendbereich sei es aber wichtig, „mehr Wert auf die Anerkennung geschlechtlicher und sexueller Vielfalt zu legen“.

Wer den Antrag lesen will,, tippt dies in den Browser ein: bit.ly/33AQtYL

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