Bestandsverdichtung2_210820
+
Wohnungen statt Garagen: Die GBO baut am Odenwaldring. Foto: Monika Müller

Offenbach

Offenbach: GBO baut etwas mehr Wohnungen

  • Fabian Scheuermann
    vonFabian Scheuermann
    schließen

Die städtische Offenbacher Baugesellschaft GBO soll 2021 erstmals seit Jahren ihr selbst gestecktes Neubau-Ziel erreichen.

Dort, wo am Offenbacher Odenwaldring zwischen orange- und beigefarbenen Wohnriegeln bislang nur Garagen standen, errichtet die städtische Baugesellschaft GBO seit April zwei Neubauten mit insgesamt 19 Wohnungen. Die Mieten sollen pro Quadratmeter im Schnitt bei unter zehn Euro liegen. Und weil die Gesellschaft die Neubauten – wie schon andere Vorhaben – in Modulbauweise errichtet, sollen bereits im nächsten Jahr erste Mieterinnen und Mieter in die Gebäude einziehen können. „Die Vorfertigung, vor allem auch der vormontierten Bäder, ist extrem zeitsparend“, erzählt GBO-Architektin Özlem Ata.

Die Anzahl der zwischen Odenwaldring und Weikertsblochstraße neu geschaffenen Wohnungen ist zwar überschaubar. Dennoch wertet Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD), der auch Aufsichtsratsvorsitzender der GBO ist, das Projekt als Erfolg: „Zusammen mit den 32 auf dem Areal der Kappus-Höfe entstehenden Wohnungen, die die GBO gekauft hat, bietet sie Anfang kommenden Jahres 51 Neubauwohnungen an“, erläutert Schwenke. Somit sorge die Gesellschaft für „Entspannung auf dem Offenbacher Wohnungsmarkt“. Dieser ist bekanntlich von stark steigenden Mieten und hoher Nachfrage gekennzeichnet.

Die GBO

Die Gemeinnützige Baugesellschaft Offenbach (GBO) der Stadt hat rund 5000 Wohnungen im Bestand – darunter 2171 geförderte Wohnungen. Die Durchschnittsmiete bei der GBO beträgt 6,46 Euro. Bei Neuvermietungen erhöht die Gesellschaft die Mieten entsprechend des Mietspiegels. Die Ertragslage der GBO entwickelte sich laut Beteiligungsbericht in den letzten Jahren „kontinuierlich positiv“. Z ur Sanierung stehen in diesem Jahr 90 Wohnungen in Bürgel an. fab

Die GBO könnte 2021 damit erstmals seit Langem ihr selbstgestecktes Ziel erreichen, „jährlich mindestens 30 Neubauwohnungen“ zu errichten, wie es im aktuellen Beteiligungsbericht der Stadt heißt. Hinter diesem Ziel blieb die 1921 gegründete Baugesellschaft in den vergangenen Jahren zurück. Auch in diesem: Zwar hat die GBO gerade 28 geförderte Seniorenwohnungen gekauft und fünf Bestandswohnungen in der Luisenstraße übernommen – es wurde aber keine neue Wohnung fertig. Auch 2019 wurde nichts fertiggestellt, und 2018 verfehlte sie das Ziel mit 28 neuen Wohnungen knapp.

Derzeit laufen Gespräche zu weiteren Neubauvorhaben der GBO, etwa im Neubaugebiet „An den Eichen“ im Osten der Stadt. „Es ist wichtig, dass unsere städtische Wohnungsbaugesellschaft wieder selbst in möglichst steigendem Umfang günstige neue Wohnungen baut“, sagt der OB.

In die Schlagzeilen geraten war die Baugesellschaft erst kürzlich, als die Offenbacher SPD die Einführung eines Mietendeckels bei der GBO gefordert hatte. Die Koalition aus CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern lehnt eine Deckelung der GBO-Mieten aber ab – der CDU-Fraktionsvorsitzende tat die SPD-Vorschläge gar als „groben Unfug“ aus der „sozialistischen Mottenkiste“ ab.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare