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Westlich von Waldhof will die Stadt 600 Wohnungen bauen.

Offenbach

Offenbach: Freie Wähler gegen Baugebiet

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Die Freien Wähler in Offenbach Unterstützen die Forderung einer BI, das Baugebiet Waldhof-West zu stoppen - sie wollen im Parlament aber nicht gegen das Vorhaben stimmen. Der Koalitionspartner FDP zeigt sich irritiert.

Die Freien Wähler in Offenbach (FW) positionieren sich gegen die Entwicklung des Baugebiets Waldhof-West. Das teilte der Verein der FW am Freitag mit. Die Entscheidung sei gefallen, nachdem die Bürgerinitiative „Natürlich Bieber-Waldhof“ ihr Anliegen auf einer FW-Veranstaltung vorgetragen hatte. Die BI setzt sich gegen die Bebauung der Felder bei Waldhof ein, wo 600 Wohneinheiten geplant sind.

Die Grenzen für ein „gesundes Wachstum“ der Stadt seien „längst überschritten“, heißt es bei den Freien Wählern. Man solle die Freiflächen bei Waldhof als Kaltluftentstehungsgebiete erhalten. Die Mitteilung der FW ist brisant, weil die Partei in Offenbach zur regierenden Koalition gehört – und im Koalitionsvertrag mit CDU, Grünen und FDP ist festgeschrieben, dass das Baugebiet entwickelt werden soll. Auch im Masterplan 2030, an dem sich die Offenbacher Stadtentwicklung orientiert, ist das Baugebiet als wichtiger Baustein zur Schaffung von mehr Wohnraum enthalten.

Man werde „nicht gegen den Koalitionsvertrag handeln“, sondern wolle „in politischen Verhandlungen nach Lösungen“ suchen, konkretisiert FW-Fraktionschef Dennis Lehmann auf Nachfrage. Von den Koalitionspartnern äußerte sich bis Redaktionsschluss nur die FDP. „Schon die jetzige öffentliche Positionierung der FW ist geeignet, das Vertrauen in die Verlässlichkeit des Handelns der Koalition zu schwächen“, sagte deren Stadtverordneter Oliver Stirböck. Man habe „trotzdem vollstes Vertrauen in die Fraktion der FW“, dass sich diese bei einer Abstimmung an den Koalitionsvertrag halte. Das bestätigte auch Lehmann.

Die SPD-Fraktion unterstützt die Entwicklung von Waldhof-West. Mit ihren Stimmen könnte die Koalition das Vorhaben auch ohne FW umsetzen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Martin Wilhelm aber sagt, man wolle „nicht Mehrheitsbeschaffer für eine Koalition mit Zerfallserscheinungen“ sein. Die Entscheidung der FW zeige, dass die Koalition bei der Schaffung bezahlbaren Wohnraums „nicht handlungsfähig“ sei.

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