Offenbach

Offenbach: Franco A. zu Besuch bei Grünen

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Der Bundeswehrsoldat Franco A., dem in diesem Jahr in Frankfurt der Prozess gemacht wird, wurde beim diesjährigen Neujahrsempfang der Offenbacher Grünen gesehen.

Der Bundeswehrsoldat Franco A. soll nach Informationen der FR am 14. Februar beim Neujahrsempfang der Offenbacher Grünen gewesen sein. Das bestätigt die Sprecherin der Offenbacher Grünen, Birgit Simon. Franco A. wird in diesem Jahr wegen des Verdachts auf Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat am Oberlandesgericht Frankfurt (OLG) der Prozess gemacht.

Simon sagt, sie habe am darauffolgenden Tag davon erfahren, dass Franco A. unter den rund 300 Anwesenden im Saal des Ledermuseums gewesen sein soll. Daraufhin habe man sich im Vorstand darüber unterhalten. Anschließend habe Simon den hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), der auch direkt gewählter Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Offenbach ist, über das Erscheinen von Franco A. informiert.

Der Offenbacher Franco A. war im April 2017 festgenommen worden, nachdem er am Wiener Flughafen eine Pistole aus einem Versteck geholt hatte. Außerdem hatte A. sich als syrischer Flüchtling ausgegeben und es waren Listen mit potenziellen Anschlagsopfern bei ihm gefunden worden.

„Verwundert“ sei sie gewesen, als sie von dem Gast erfahren habe, sagt Simon. Tarek Al-Wazir vermutet, dass Franco A. mit dem Besuch womöglich schlichtweg erreichen wollte, dass darüber berichtet wird. „Warum kommt er? Weil er genau darauf setzt, dass darüber berichtet wird“, sagt Al-Wazir. Solche Auftritte, von denen es wohl schon mehrere gegeben hat, seien „wohl Teil seiner etwas kruden Öffentlichkeitsarbeit“. Zum Neujahrsempfang der Grünen, bei dem in diesem Jahr sogar Besucher auf dem Boden sitzen mussten, weil es so voll war, sagt Al-Wazir: „Da kann jeder kommen, es gibt keine Einlasskontrolle. Und das soll und wird auch so bleiben.“

Im Zentrum des Neujahrsempfangs stand das Thema „Städte der Zukunft“. Als Gastredner war der Leiter des Deutschen Architektur-Museums (DAM), Peter Cachola-Schmal, eingeladen. Der Museumsdirektor hatte unter dem Titel „Making Heimat. Germany, Arrival Country“ im Jahr 2016 den deutschen Beitrag auf der Architekturbiennale in Venedig verantwortet.

Seinen damaligen Wohnort Offenbach hatte Cachola-Schmal als exemplarische „Arrival City“ bezeichnet. Der Begriff der Arrival City – Ankunftsstadt – wird seit einigen Jahren unter anderem verwendet, um auf den multikulturellen Charakter und die Weltoffenheit einer Stadt hinzuweisen.

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