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Noch liegt der Fokus auf dem Autoverkehr. Aber bald bekommen Radfahrende in diesem Bereich der Senefelderstraße mehr Platz.

Offenbach

Offenbach: Fahrradstraßen-Projekt wird teurer

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Eine Tochtergesellschaft der Offenbacher Stadtwerke übernimmt die Planungen für das Fahrradstraßenprojekt „Bike Offenbach“. Viele Radstraßen werden aber noch in diesem Jahr fertiggestellt.

Dieselfahrverbote sind mit ein Grund dafür, warum das Fahrradstraßenprojekt „Bike Offenbach“ teurer wird. Wie die Stadt mitteilte, steigt der Eigenanteil an dem Vorhaben von 1,5 auf zwei Millionen Euro – 4,5 Millionen zahlt der Bund. Weil die zwei zuständigen Verkehrsplaner mit Vorhaben ausgelastet seien, die Fahrverbote verhindern sollen – etwa mit einer „umweltsensitiven“ Ampelsteuerung – hat die Stadt die Planungsleistungen nun an die Stadtwerke-Tochter OPG vergeben, die auch bisher schon an dem Projekt beteiligt war. Das verursache höhere Kosten.

Mehr Raum fürs Rad

Die Taunusstraße  im Offenbacher Nordend wird im Zuge des Ausbaus zur Fahrradstraße am Donnerstag, 16. April, ab 12 Uhr bis Freitag, 17. April, 20 Uhr, abschnittsweise voll gesperrt.

Mehr Informationen  zum Radstraßenprojekt auf www.bike-offenbach.de.

Ein Offenbacher Radentscheid  befindet sich in Vorbereitung. Die Initiatorinnen und Initiatoren sammeln Spenden: www.betterplace.org/de/projects/78447-radentscheid-offenbach. fab

Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) erklärt den Schritt mit Vakanzen im Amt. So seien allein fünf Stellen, die man zur Bearbeitung der Fahrverbots-Thematik benötige, unbesetzt. „Das ist Wahnsinn“, sagt Weiß. Durch die unbesetzten Stellen spare man aber auch Geld ein. Die Stadtverordneten haben bereits zugestimmt. „Mit dem Projekt verfolgen wir ein höchst innovatives Konzept, auf das wir nach Fertigstellung stolz sein können“, ist sich der grüne Stadtverordnete Edmund Flößer-Zilz sicher.

Tatsächlich geht die Stadt mit „Bike Offenbach“ einen Sonderweg: Auf 33 Kilometern entstehen sechs Radrouten, die auf neun Kilometern als Fahrradstraßen ausgeführt werden – Radler haben dort Vorrang und dürfen nebeneinander fahren, es gilt Tempo 30. Es ist ein Sonderweg, weil viele Städte kein solch ganzheitliches Radverkehrskonzept verfolgen – und weil Fahrradstraßen, wo meist auch Autos fahren dürfen, weiterhin eher selten entstehen.

Eigentlich sollte Ende 2020 alles fertig sein, nun ist von Anfang 2022 die Rede. Projektleiter Ulrich Lemke von der OPG ist aber zufrieden: So sei gerade die Trasse zwischen Bieber-Nord und der Innenstadt abgenommen worden, die teils auf frisch asphaltierten Wegen verläuft. Und im Stadtteil Bürgel, wo die Von-Behring-Straße umgebaut wird, soll Ende April alles fertig sein – die OPG hatte der ausführenden Firma den neuen Straßenbelag wegen Schäden zunächst nicht abgenommen. In der Taunusstraße rollen ab morgen die Bagger. Und als wissenschaftlich begleiteter Verkehrsversuch wird ab Mai geklärt, ob die Senefelderstraße zwischen den Ringen für Autos zur Einbahnstraße werden kann. „Durch eine Reduzierung des Durchfahrtverkehrs hoffen wir das Sicherheitsgefühl der Radfahrenden steigern zu können“, sagt Lemke: „Da ist im Moment alles viel zu eng.“

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