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Der Anteil der erneuerbaren Energien am verkauften Strom der EVO liegt bei 56 Prozent.  

Offenbach

Offenbach: Erfolg mit erneuerbaren Energien

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Der Offenbacher Stromversorger EVO schüttet zusätzliche Mittel an die Stadt aus. Im Main-Kinzig-Kreis baut das Unternehmen in diesem Jahr mit den Kreiswerken sechs Windräder.

Im Spessart, auf den bewaldeten Kuppen nahe der Gemeinde Jossgrund im Main-Kinzig-Kreis, errichtet die Energieversorgung Offenbach (EVO) bis September mit den Kreiswerken sechs neue Windkraftwerke. Schon jetzt beträgt der Anteil der erneuerbaren Energien am verkauften Strom der EVO 56 Prozent.

Die EVO, etwa zur Hälfte in kommunaler Hand, setzt seit einigen Jahren massiv auf Windkraft- und Solaranlagen. Nun ist auch klar, dass das Heizkraftwerk im Offenbacher Nordend, das noch 70 000 Tonnen Steinkohle jährlich verbrennt, bis 2030 auf einen umweltfreundlicheren Brennstoff umgestellt wird. Das verkündete Vorstandsvorsitzender Christoph Meier bei der Vorstellung der Konzernbilanz für den Zeitraum Oktober 2018 bis September 2019. Welcher Brennstoff es wird, sei noch nicht entschieden – nur Gas wird es wohl nicht.

Die Zahlen des Unternehmens sind gut: So kletterte der Jahresüberschuss im Bilanzzeitraum von 11,2 auf 13,8 Millionen Euro. Aus diesem Grund dürfen sich die Offenbacher Stadtwerke auch über gestiegene Ausschüttungen freuen: Statt 5,5 Millionen wie im Vorjahr werden nun 6,6 Millionen Euro an den Stadtkonzern überwiesen. Die Anzahl der Angestellten sinkt indes kontinuierlich: Manche Stellen werden nicht neu besetzt. 776 Leute arbeiten für die EVO – im Vorjahr waren es 791, davor 821.

Mehr als 30 Beteiligungen

Dass die EVO wieder ordentlich Gewinne macht, liegt auch an den mehr als 30 Beteiligungen, die das Unternehmen hält. Besonders erfolgreich ist laut Christoph Meier weiterhin die EVO-Tochter Mobiheat, die mobile Kälte- und Wärmeerzeugungsanlagen liefert und in diesem Segment in Deutschland Marktführer ist. 2019 wurde ein neues Produktionswerk in Baden-Württemberg eröffnet, und die Firma plant, nach Österreich und der Schweiz in weitere Auslandsmärkte zu expandieren.

Ordentlich Gewinn soll auch ein eigenes Rechenzentrum bringen, das die EVO derzeit auf ihrem Grundstück für 160 Millionen Euro errichten lässt. Mit der „MAIN DC Offenbach GmbH“ wurde dafür ein eigenes Tochterunternehmen gegründet. Der erste Teilabschnitt soll im Herbst den Betrieb aufnehmen.

Gleichzeitig fertig werden dürfte eine Erweiterung des Müllheizkraftwerks nahe der A3: Mit einem neuen Verfahren will die EVO dort Klärschlämme verbrennen und aus der Asche Phosphor zurückgewinnen. Der Nährstoff ist wichtig für die Landwirtschaft – und muss derzeit aus Ländern wie Marokko oder China eingeführt werden, und die abbaubaren Reserven sind endlich.

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