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Ausstellung in der HfG Offenbach.

Offenbacher Hochschule

Coronavirus-Reaktion der HfG

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    Fabian Scheuermann
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Die Offenbacher Hochschule und das Hessische Wissenschaftsministerium sprechen von einem Missverständnis bei der Kommunikation.

  • Die Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG) will zum Sommer keine neuenStudenten aus China aufnehmen
  • Das Hessische Wissenschaftsministerium bedauert die Kommunikation der Hochschule dazu
  • Andere Hochschulen in der Region geben wegen des Coronavirus meist nur Hygiene-Tipps

Offenbach - Die Entscheidung der Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG), im Sommersemester wegen des Coronavirus keine neuen Gaststudierenden aus China aufzunehmen und bei gleichbleibender Bedrohungslage weder Lehrende noch Studierende dorthin zu entsenden, hat am Mittwoch unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Während Leserinnen und Leser auf fr.de sowohl Unverständnis als auch Zustimmung kundtaten, hieß es beim Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, man bedauere „die missverständliche Kommunikation der Hochschule“, die so nicht mit dem Ministerium abgestimmt gewesen sei.

Hochschule in Offenbach nimmt im Sommersemester keine Studenten aus China auf

Bei der HfG ist nun ebenfalls die Rede von einem „Missverständnis“. Von einem „Immatrikulationsstopp“ für chinesische Studierende könne keine Rede sein, heißt es in einer Stellungnahme. Regulär Eingeschriebene seien nicht betroffen – nur Gaststudierende: So habe man den Aufenthalt von sechs Personen, die im Sommersemester von China nach Offenbach kommen wollten, auf das Wintersemester verschoben. Die Hochschulleitung habe dies in Absprache mit den Studierenden und deren Hochschulen entschieden. Zum Teil hätten die chinesischen Hochschulen selbst darum gebeten. Zudem habe man die Aufenthalte von vier Gaststudierenden aus China, die schon da sind, um ein Semester verlängert.

Die HfG hatte die Sicherheitsmaßnahmen in der vergangenen Woche in einer E-Mail an Studierende verkündet. „Wir mussten überlegen, wie wir unsere Leute vor dem Coronavirus schützen“, begründete die Kanzlerin der HfG, Susanne Eickemeier, das Vorgehen auf Nachfrage. Mehrere Studierende äußerten sich gegenüber der FR kritisch über den Maßnahmenkatalog.

HfG Offenbach: Ungewöhnliches Vorgehen mit dem Coronavirus

Das Vorgehen der HfG ist ungewöhnlich: Andere Hochschulen in der Region belassen es beim Thema Coronavirus meist bei Handlungsempfehlungen etwa im Hygienebereich – auch die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, die Partneruniversitäten in der Region Wuhan hat, von wo aus sich das Virus verbreitete. Die HfG unterhält Partnerschaften mit Kunsthochschulen in Peking und Chongqing. Man hoffe, dass dieser Austausch, der bis Ende 2020 mit Bundesmitteln gefördert wird, nicht zu sehr leide, sagte Eickemeier. „Wir wollen da auf keinen Fall zurückfallen.“

Das Virus hat auch Auswirkungen auf Schulpartnerschaften. So hat eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern aus Peking den für Februar geplanten Besuch in der Frankfurter Wöhlerschule abgesagt. Zehn Jugendliche und ihre Lehrer hätten hier für eine Woche bei Gastfamilien unterkommen sollen.

Umgekehrt hat die Karl-Rehbein-Schule in Hanau den Flug zur chinesischen Partnerschule in Sanmen in der Provinz Zhejiang gecancelt. 25 bis 30 Rehbeiner wollten dort zwei Wochen lang bei Gastfamilien wohnen und den Unterricht besuchen. Die Chinesen waren hier im September zu Gast. „Die Schule hat bis März geschlossen, unterrichtet wird dort zurzeit nur im Homeoffice“, berichtet der Hanauer Schulleiter Jürgen Scheuermann. Nun soll der Besuch im Herbst nachgeholt werden. Die Albert-Einstein-Schule in Maintal hat ihren für Mai geplanten Chinaaustausch abgesagt.

Von Fabian Scheuermann und Peter Hanack

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