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Leere Tische und Stühle vor einem Restaurant in Offenbach am Main.

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Offenbach: Corona-Hotline gegen Einsamkeit und Ängste

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Seit knapp sechs Wochen bietet Offenbach wegen der Corona-Krise zusätzlich zum Bürgertelefon eine telefonische Seelsorge an. Viele Anrufer sind dankbar für das Angebot.

Manche Gespräche dauern eine Stunde, sagt Mareike Imholt vom städtischen Jugendamt, das in der Corona-Krise die telefonische Seelsorge übernommen hat, die die Stadt seit 24. März zusätzlich zum Bürgertelefon anbietet. Unter der Rufnummer 069/8065-4399 finden Menschen Trost und aufmunternde Worte. Aber die erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes beantworten auch Fragen oder vermitteln Kontakte zu den Beratungs- und Fachstellen.

„Zunächst hören wir aber einfach zu. Und zwar möglichst wertfrei“, sagt Imholt. Die Anrufer, meist sind es Frauen, sollen die Möglichkeit haben, über die Dinge zu sprechen, die sie bewegen. Für manche ist es der einzige Kontakt am Tag. Ihnen gibt das Telefonat Halt.

In den Gesprächen gehe es um Einsamkeit und Ängste. Die Unsicherheit sei groß. Imholt erzählt von Menschen, die zur Risikogruppe gehören und seit Wochen nicht mehr das Haus verlassen haben. Von Anrufern, die existenzielle Nöte haben. Und von der alleinstehenden Mtter, die sich Gedanken macht, was mit ihrem Kind passiert, wenn sie ins Krankenhaus muss. Sie wird beruhigt. Denn in solchen Fällen kümmert sich das Jugendamt um das Kind.

Im Schnitt rufen etwa fünf Leute am Tag an. Anfangs war das Gesprächstelefon an sieben Tagen jeweils zwölf Stunden besetzt. Seit kurzem ist die Hotline montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr erreichbar.

Auch beim Bürgertelefon (069/840004-375), das bei den Stadtwerken angesiedelt ist, ist Corona das beherrschende Thema, sagt Sprecherin Sigrid Aldehoff. Die Anrufer wollten nicht nur Fakten wissen, sondern auch über ihre persönliche Situation und die damit verbundenen Unsicherheiten, ihre Geldsorgen und Existenzängste sprechen.

Sowohl bei der Telefonseelsorge wie auch beim Bürgertelefon melden sich Bürgerinnen und Bürger aus anderen Städten. Imholt und Aldehoff berichten, dass sich viele Anrufer für die Angebote bedankten und erwähnten, bei anderen Hotlines nicht durchgekommen zu sein.

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