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So soll der Dünenpark aussehen – wenn einmal die Bäume angewachsen sind.

Offenbach

Baubeginn für einen ungewöhnlichen Park

  • Fabian Scheuermann
    vonFabian Scheuermann
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Das ehemaliges Kingka-Areal am Offenbacher Hafen wird zur Grünanlage - doch bis zur Eröffnung dürfte es wegen eines angrenzenden Bauprojekts noch ein paar Jahre dauern.

Fünf Jahre ist es her, dass der bekannte Kingka-Beachclub an der Spitze der Offenbacher Hafen-Halbinsel für immer seine Pforten schloss. Einige Jahre später gab es an der exponierten Stelle zwischen Main und Hafenbecken dann noch einmal ein Kulturfest. Seit einigen Wochen ist an der Hafenspitze abermals Leben eingekehrt: Bagger haben Hügel und kleine Täler modelliert und bereiten den Boden für erste Baumpflanzungen, ein Kran setzt erste Betonplatten für einen Gehweg direkt am Wasser. Kurzum: Die Bauarbeiten für den „Park in den Dünen“ haben begonnen.

Blick auf Kaiserleibrücke und neuen Henninger Turm.

Das vom Bodensee stammende Büro Ramboll Studio Dreiseitl hat für das westliche Ende der Offenbacher Hafen-Halbinsel eine öffentliche Grünanlage entworfen, die nach der Fertigstellung in der Region ihresgleichen suchen dürfte. Das liegt nicht etwa an ihrer Größe – denn mit rund einem Hektar wird der Park überschaubar ausfallen. Spektakulär ist aber die Lage: Wie einst vom Kingka-Club wird man abends künftig auch vom Dünenpark die Sonne hinter der Frankfurter Skyline untergehen sehen können, auf drei Seiten umgeben von Wasser – großer Besucherandrang ist absehbar.

Gestalterisch greifen die Planenden das Thema Wasser auch auf: So soll eine „Dünenoase“ Urlaubsgefühle aufkommen lassen. Geplant ist außerdem die Fortführung des „Uferboulevards“, der am Platz ganz im Osten des Hafenbeckens beginnt und in Zukunft bis zur Hafenspitze führen wird. Auch eine Picknickwiese, viele Bäume und ein Feuchtbiotop entstehen.

Halbzeit am Hafen

Fast fertig wirkt das Offenbacher Hafenviertel wenn man am Hafenplatz steht. Tatsächlich ist erst die Hälfte des ehemaligen Ölhafens bebaut.

Etliche Bürobauten und -türme sowie der Neubau der Hochschule für Gestaltung (HfG) sind noch geplant.

Auch ein weiterer Park – zusätzlich zum Dünenpark – ist geplant: Der südliche Teil dieses „Oberen Molenparks“ soll 2021 angelegt werden, der nördliche Parkteil bleibt zunächst für Baustelleneinrichtungen reserviert. fab

Doch bis zur Eröffnung dauert es noch ein paar Jahre. Laut der Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft OPG wird derzeit am ersten Bauabschnitt gearbeitet. Möglichst noch im Herbst – vielleicht aber erst im Frühjahr 2021 – sollen Bäume und Pflanzen gesetzt werden. Fertiggebaut werden kann alles erst, wenn die Zech Group direkt neben dem künftigen Park ihren Komplex „Macherei Offenbach“ gebaut hat: ein Hochhaus-Ensemble mit Hotel, Büros, Co-Working-Spaces, Gastronomie und Geschäften.

Wohl erst 2023 dürfte der Komplex, für den noch kein Ankermieter benannt wurde, fertig sein. „Dann erst werden die Nutzschicht der Bodenbeläge und die Rasen- und Sandflächen hergestellt sein und die Beleuchtung und die Bänke zur Verfügung stehen“, heißt es bei der OPG. Die Bäume sollen bis dahin ordentlich angewachsen sein.

Die OPG ist ein Immobilienunternehmen der Stadtwerke-Gruppe und entwickelt und vermarktet seit rund zehn Jahren das Offenbacher Hafenviertel, das nördlich des Stadtteils Nordend auf dem Areal eines alten Ölhafens entsteht. Wohnraum für 1770 Menschen ist bereits entstanden, es sollen noch etliche Bürobauten und -türme folgen.

Und eben: weitere Parks. Regie führt bei deren Gestaltung stets besagtes Büro Ramboll Studio Dreiseitl. Für das Gestaltungskonzept der bisher fertiggestellten Orte – etwa den Hafenplatz und die Hafentreppe – erhielt das Büro vor zwei Jahren den „German Design Award“.

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