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Auto parken, Bus oder Rad nehmen- so wird die Luft sauberer.

Wiesbaden

In den Bus oder aufs Rad umsteigen

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Die Kahle Mühle wird als erste von zehn Mobiltätsstationen eröffnet.

Der Bushaltestelle Kahle Mühle an der Saarstraße ist auf den ersten Blick nicht anzusehen, dass sie etwas Besonderes ist. Bushäuschen, Fahrkartenautomat, digitale Abfahrtsanzeige - alles ganz normal. Doch für ESWE-Verkehr-Geschäftsführer Jörg Gerhard und Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne) ist der Busstopp der Start für die Eröffnung mehrerer Mobilitätsstationen in Wiesbaden. Bis Jahresende sollen noch weitere neun im Stadtgebiet entstehen. Wie viele 2019 dazukommen, steht noch nicht fest.

Eine Mobilitätsstation ist so etwas wie eine Umsteigezentrale auf unterschiedliche Verkehrsmittel. Gegenüber dem Bushäuschens Kahle Mühle etwa können Autofahrer ihr Auto kostenfrei abstellen. Viele tun dies bereits. Unter der Autobahnbrücke der A643 sind fast alle der 237 Parkplätze belegt. 2019 wird die Landeshauptstadt den Parkplatz erweitern, so dass 500 Autos Platz haben. Außerdem soll er Fahrradständer erhalten. Fahrer von Auto und Rad können an der Bushaltestelle auf Busse des Wiesbadener Verkehrsunternehmens ESWE oder des Rhein-Main-Verkehrsverbunds umsteigen, die im Fünf-Minuten-Takt in die City fahren. Oder sie nutzen Fahrräder des Vermietsystems „Meinrad“ um die Ecke. Andere Mobilitätszentralen sollen ans Schienensystem angebunden sein. Das Fernziel sind Stationen mit Ladeinfrastruktur und Taxis und vielem mehr.

Die ideale Vernetzung sieht für Gerhard so aus: „Bürger aus dem Rheingau stellen ihr Auto ab, fahren mit dem Leihrad in die Innenstadt, das sie etwa auf dem Dern’schen Gelände abgeben. Da die Einkäufe per Rad schlecht zu transportieren sind, nehmen sie den Bus zurück und fahren mit dem Auto nach Hause.“

Die Mobilitätszentralen sollen dazu beitragen, die Autos aus der City draußen zu halten. Sie sind Bestandteil des im September von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Sofortpakets zur Luftreinhaltung, das nun Stück für Stück umgesetzt wird.

Um das Dieselfahrverbot für die Landeshauptstadt zu verhindern, hat Kowol gerade eine Busspur auf dem hochfrequentierten Bismarckring zwischen Sedanplatz und Blücherstraße eröffnet. Die Busse fahren nun an den im Stau stehenden Autos vorbei, was sie für die Verkehrsteilnehmer attraktiver machen soll. Durch eine verbesserte Verkehrsführung auf dem zweiten Ring war dort eine Spur entbehrlich geworden.

Neben dem Öffentlichen Nahverkehr sollen auch Radwege die Menschen zum Umsteigen auf klimafreundliche Verkehrsmittel bewegen. Am Mittwoch möchte Kowol die durchgängige Radverkehrsverbindung in der Biebricher Äppelallee eröffnen, an der lange gebaut worden war.

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