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Nach einem Unfall sieht man auf einem Radstreifen noch die Markierungen der Polizei.
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Nach einem Unfall sieht man auf einem Radstreifen noch die Markierungen der Polizei.

Polizei

Nordend ist Unfallschwerpunkt

  • VonTorsten Gertkemper
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Kreuzungen im Stadtteil sind für Radfahrer besonders gefährlich. Zu Unfällen kommt es vor allem durch Fehler beim Abbiegen oder das Missachten von Vorfahrtsregeln.

Wer als Fahrradfahrer im Frankfurter Nordend unterwegs ist, muss besonders aufpassen. In diesem Stadtteil passieren laut Polizei häufig Unfälle mit Radfahrern. Besonders gefährlich ist es für Radler an den zahlreichen Kreuzungen am Alleenring. Dort reihen sich die Unfallschwerpunkte aneinander: Wenn die Eckenheimer, die Friedberger Landstraße und die Hansaallee auf den Alleenring treffen.

Die Polizei teilte aber nicht mit, wie viele Unfälle es an den einzelnen Kreuzungen gab. Die Unfallstatistik werde nur für das gesamte Stadtgebiet geführt. Am meisten betroffen im Nordend sind laut Polizei stadteinwärts fahrende Radfahrer. In vielen Fällen übersehen Lastwagen- und Autofahrer beim Rechtsabbiegen die Radfahrer, die geradeaus weiterfahren wollen. Das ist laut Bertram Giebeler, dem verkehrspolitischen Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Frankfurt, eine klassische Unfallsituation.

Fast jeder zehnte Unfall mit Beteiligung von Fahrradfahrern im vergangenen Jahr ist laut aktuellem Verkehrsbericht der Polizei aber auf einen Fehler beim Abbiegen oder auf das Missachten von Vorfahrtsregeln zurückzuführen. Auch an der Kreuzung der Friedberger Landstraße mit der Nibelungenallee – einem der drei Unfallschwerpunkte am Alleenring.

Ein entscheidender Faktor: Die Straße ist stadteinwärts abschüssig, die Fahrradfahrer fahren schneller als erwartet – was gerade für diese gefährlich sei. „Besonders dort, wo Fahrradfahrer unerwartet hohe Geschwindigkeiten fahren, kommt es im Falle eines Verkehrsunfalls zu schweren Verletzungen beim Radfahrer“, sagt die Polizeisprecherin.

Hohe Geschwindigkeit ist nur ein Teil des Problems

Doch die hohe Geschwindigkeit ist nur ein Teil des Problems. An der Kreuzung von Oeder Weg und Wolfsgangstraße verstellen häufig parkende Autos den Radlern die Sicht, so dass sie fahrende Autos auf der Straße zu spät sehen. Wenn diese abbiegen wollen, kann es zu Unfällen kommen.

Für Bertram Giebeler beschränkt sich dieses Problem nicht auf das Nordend. Zu oft parkten Autos oder Lieferwagen ordnungswidrig auf Radwegen oder Schutzstreifen. „Wenn dann der Autoverkehr auch noch mit 50 Kilometern pro Stunde an einem vorbeidonnert, wird das Ausweichen für Radfahrer gefährlich“, sagt er. Doch selbst an Straßen, wo Tempo 30 gilt, erhöht sich für Radfahrer das Risiko, wenn sie ausweichen müssen.

In der Schweizer Straße in Sachsenhausen ist die Gefahr groß, dass Radfahrer in die Straßenbahnschienen geraten und stürzen oder dass sie bei Regen auf dem Kopfsteinpflaster ausrutschen.

An solchen Unfällen sind Radfahrer aber häufig nicht unschuldig. Auch sie machen Fehler, einen Hinweis darauf liefert der Verkehrsbericht des vergangenen Jahres. An zwei der drei tödlichen Fahrradunfälle im vergangenen Jahr war nur einmal ein anderer Verkehrsteilnehmer beteiligt. Die anderen beiden waren Unfälle ohne Fremdeinwirkung.

Ursachen für Unfälle, die auf Fehler des Radlers zurückzuführen sind, gibt es mehrere: Wenn Radfahrer auf der falschen Radwegseite fahren, beim Radeln das Handy ans Ohr halten oder abends und nachts kein Licht anmachen. Das alles kann nicht nur Unfälle zur Folge haben, sondern auch Strafen nach sich ziehen. Wer erwischt wird, zahlt für das Fehlverhalten Geld.

Joachim Hochstein, der Leiter des städtischen Radfahrbüros, schätzt die Gefahrenlage für Fahrradfahrer trotz dieser Faktoren niedriger ein als noch vor einigen Jahren. „Klar, jeder Unfall ist einer zu viel. Aber gemessen an der gestiegenen Zahl der Radfahrer in der Stadt, hat sich die Unfallbilanz positiv entwickelt“, berichtet er.

Innerhalb des Alleenrings habe sich die Zahl der Radfahrer in den vergangenen 15 Jahren vervierfacht. Die Anzahl der verunglückten Radfahrer ist laut Verkehrsbericht im selben Zeitraum jedoch nur um zwei Drittel gestiegen. Trotzdem sollten Fahrradfahrer gerade beim Abbiegen weiterhin aufpassen.

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