Marburger Kongress

Unterschriften für "Homoheiler"

Eine Initiative stellt sich hinter die umstrittenen Referenten des evangelikalen Marburger Kongresses. Zu den Erstunterzeichnern gehören der Salzburger Weihbischof Andreas Laun und der CSU-Bundestagsabgeordnete Norbert Geis. Auch die Kritiker bekommen prominente Untertsützer.

Eine Initiative mit dem Titel "Für Freiheit und Selbstbestimmung - gegen totalitäre Bestrebungen der Lesben- und Schwulenverbände" hat sich hinter die umstrittenen Referenten des evangelikalen Kongresses der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge gestellt, zu dem Ende Mai rund 1000 Menschen in Marburg erwartet werden.

Die Initiative hat im Internet mehr als 400 Unterschriften gesammelt. Damit protestiert sie gegen angeblich "mediales Mobbing" und einen "Angriff auf fundamentale Freiheitsrechte". Vertreter von Lesben- und Schwulenverbänden sowie Grüne versuchten, die Rede-, Wissenschafts- und Therapiefreiheit zu beschränken, heißt es in der Erklärung. Gleichzeitig behauptet die Initiative, dass praktizierte Homosexualität ein erhebliches gesundheitliches und psychisches Risiko berge. Ausgewiesene Wissenschaftler bezeugten, dass eine Veränderung einer homosexuellen Neigung möglich sei, heißt es weiter in der Erklärung.

Zu den Erstunterzeichnern gehören der Salzburger Weihbischof Andreas Laun sowie der CSU-Bundestagsabgeordnete Norbert Geis. Ansonsten habe die "Crème de la Crème der Homohasser" unterschrieben, kommentiert Hartmut Rus vom Lesben- und Schwulenverband.

Unterdessen bekommen die Kritiker des Kongresses prominente Unterstützung. Gemeinsam mit dem Asta hat der Präsident der Fachhochschule Frankfurt, Detlev Buchholz, Stadt und Universität Marburg aufgefordert, keine Räume für die Veranstaltung zur Verfügung zu stellen und sich von den "homophoben Tendenzen" zu distanzieren.

"Wenn man gegenüber homophoben Beiträgen kein Rückgrat zeigt, geraten Gleichstellungsreferate und die Öffnung der "Dual Career Services" für Homosexuelle zum Feigenblatt", sagte Detlev Buchholz.

Die Kritiker des Kongresses befürchten, dass dort "pseudowissenschaftlichen Homoheilern und Umpolern" ein Forum geboten wird. gec

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