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The Ukulele Orchestra of Great Britain soll am 1. Juli die Festspielsaison im malerischen Burggarten eröffnen. 

Dreieich

Noch finden die Burgfestspiele Dreieichenhain statt

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Die Bürgerhäuser Dreieich planen noch, die Burgfestspiele Dreieichenhain durchzuführen - und warten auf die Definition des Begriffs „Großveranstaltungen“.

Großveranstaltungen bleiben nun bis mindestens 31. August untersagt – aber die Dreieicher Bürgerhäuser haben noch Hoffnung, dass die Burgfestspiele in Dreieichenhain vom 1. Juli bis 16. August über die Bühne gehen können. „Niemand hat bisher das Wort Großveranstaltung in Zahlen definiert“, sagt Veranstaltungsleiterin Maria Ochs. Hessens Regierungschef Volker Bouffier (CDU) verlautbarte gestern, bis spätestens Ende nächster Woche wolle das Land festlegen, was als Großveranstaltung gilt.

Laut technischem Leiter Benjamin Halberstadt gibt es eine „branchenübliche Definition“ für den Begriff Großveranstaltung: Die Veranstaltungsbranche verstehe darunter ein Event mit mehr als 5000 Personen pro Tag. Die Versammlungsstättenverordnung verlange ab dieser Zahl ein Sicherheitskonzept. „Wir handeln derzeit noch so, als ob die Burgfestspiele stattfinden würden“, sagt Halberstadt. Die Tribüne auf der Dreieichenhainer Burgruine fasst nämlich „nur“ 850 Besucher.

Im Gegensatz zu den Burgfestspielen Bad Vilbel und den bereits abgesagten Bad Hersfelder Festspielen seien die Burgfestspiele Dreieich ein reiner Gastspielbetrieb, sagt Ochs. Deshalb habe man einen völlig anderen Vorlauf und könne viel schneller reagieren. „Wir haben bis Anfang Juni Zeit, die Veranstaltung vor uns her zu tragen“, sagt Halberstadt. Dann erst beginne der Aufbau der Tribüne und der Bühne im Burggarten. „Wir sagen noch nichts ab und uns hat auch noch kein Künstler abgesagt“, erklärt die Veranstaltungsleiterin.

Sollte das Land Veranstaltungen schon ab 500 Besuchern verbieten, sei es schwierig, zur Abstandswahrung nur jeden zweiten Tribünenplatz zu besetzen, so Halberstadt. Bis 18. März seien nämlich bereits 16 000 Tickets verkauft worden – das sind 60 Prozent des Kontingents. „Wir haben Gastspiele, die schon ausverkauft sind“, sagt Ochs, und nennt den Auftritt des Ukulele Orchestra of Great Britain und die italienische Opernnacht. Außerdem habe man mit den Künstlern teils Verträge, die auf Eintrittseinnahmen basieren. „Mit weniger Besuchern wird auch nicht die entsprechende Gage erzielt.“

Es könne auch eine Lösung sein, Festspielauftritte in den Herbst hinein ins kleinere Bürgerhaus zu verlegen – „mit 10 bis 15 Prozent weniger Gästen“. Kein Ticketinhaber müsse befürchten, sein Geld zu verlieren, so Halberstadt. Man werde auch mit Gutscheinen arbeiten für die Festspiele 2021 oder eine andere Veranstaltung der Bürgerhäuser.

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