In einer Werkstatt wird der Umgang mit Metall geübt.

Ausbildungsmarkt

Noch 1500 freie Plätze

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Viele Jugendliche beginnen heute mit ihrer Ausbildung. Arbeitsagentur berät die, die noch suchen, noch bis Oktober.

Der Frankfurter Ausbildungsmarkt ist noch in Bewegung. Das bestätigte die Pressesprecherin der hiesigen Agentur für Arbeit, Anna Morales, am Mittwoch. Während viele Jugendliche am heutigen Donnerstag ihren ersten Arbeitstag haben, sind andere noch auf der Suche nach einer geeigneten Lehrstelle. Bis in den Oktober hinein dauert die Vermittlungstätigkeit der Agentur für Arbeit an. Derzeit sind rund 1500 Ausbildungsstellen noch nicht besetzt. Dieser Zahl stehen 1340 unversorgte Jugendliche gegenüber.

Morales forderte die jungen Menschen auf, einfach mal im Berufsinformationszentrum in der Fischerfeldstraße 10-12 vorbeizuschauen. Dort könnten sie sich nicht nur persönlich beraten lassen, sondern auch die Computer benutzen, um die vielfältigen Online-Angebote zur beruflichen Orientierung zu erkunden. Morales wies darauf hin, dass es immer wieder neue Berufe gebe, die wenig bekannt seien. Und dass sich viele Berufsbilder und entsprechend auch die Anforderungen veränderten. „Die Bedeutung der Beratung nimmt zu.“

Die Zahlen 

Von Oktober 2018 bis Juli 2019 haben sich bei der Agentur für Arbeit in Frankfurt 3834 Bewerberinnen und Bewerber gemeldet, die einen Ausbildungsplatz suchen. 1340 von ihnen sind noch nicht vermittelt worden. Sie können zwischen mehr als 1500 unbesetzten Stellen wählen. Allein im Verkauf sind noch 244 Plätze frei. In der Verwaltung sind es 181 Stellen.

Auf der Beliebtheitsskala der Jugendlichen stehen Kaufmann/-frau und Büromanagement ganz oben, gefolgt von der Verkäuferin. Der KFZ-Mechatroniker ist auf Platz fünf gerutscht.

So könne man einem jungen Menschen, der sagt, er wolle „was mit Tieren machen“, die Alternativen, die es gibt, erläutern. Das Spektrum reiche vom Tierpfleger im Zoo über die Helferin in der Tierarztpraxis oder auch die Mitarbeit in einer Zoohandlung. Immer hilfreich sei ein Praktikum, zum Beispiel in einem Tierheim, um herauszufinden, ob jemand überhaupt „ein Gefühl für Tiere“ hat. Bloß nicht „aus Verzweiflung“ weiter zur Schule gehen, sagte Morales. Es helfe nicht weiter, wenn man die Entscheidung für einen Beruf aufschiebe.

Morales erinnerte an die vorhandenen Möglichkeiten, die Ausbildung mit bestimmten Hilfsangeboten zu unterstützen. Wenn etwa ein Azubi im Einzelhandel Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache oder mit dem Rechnen habe, könne er einen entsprechenden Kurs besuchen. „Auch die Arbeitgeber können uns ansprechen“ – wenn sie etwa glaubten, dass ihr Schützling Hilfe gebrauchen könne.

Der operative Geschäftsführer der Agentur, Sebastian Kleist, appellierte an die Arbeitgeber, „den Blick nicht nur auf die besten Kandidatinnen und Kandidaten zu richten“. Viele Bewerberinnen und Bewerber, die formal nur „in der zweiten Reihe“ stünden, vielleicht schon etwas älter seien, würden sich in der Ausbildung als „engagiert, zuverlässig und später als wertvolle Fachkraft“ erweisen.

Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), Dirk Pollert, bezeichnete die duale Ausbildung als den „besten Weg in eine verlässliche Zukunft“. Um Unternehmen und Jugendliche besser zusammenzubringen, forderte Pollert „Investitionen in Mobilität und Wohnraum“. In Hessen sind derzeit fast 13 200 Ausbildungsplätze noch nicht besetzt, meldete die Regionaldirektion Hessen der Agentur für Arbeit am Mittwoch. Selbst bei Bankkaufleuten und Handelsfachwirten gebe es noch Kapazitäten.

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