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Nur den Nippel durch die Lasche ziehen

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Alles wird einfach mit dem Handy-Parken? Ein Erfahrungsbericht. Von Mario Thurnes

Von Mario Thurnes

Alles wird einfach, alles wird gut. Zumindest das Zahlen von Parkgebühren. Dafür muss ich jetzt nur noch: Mich im Internet registrieren - Nummer merken - Vignette aufs Auto kleben - anrufen: Code und Nummer ins Handy eingeben, wählen - und los.

Früher musste ich Münzen inden Automaten werfen - wie war das kompliziert. Und dann der Albtraum, schlimm: Keine Münzen zum Zahlen haben, zum Wechseln in ein Geschäft gehen oder mit Leuten reden müssen, noch dazu mit fremden, mir völlig unbekannten - unzumutbar.

Jetzt melde ich mich im Internet an. Die Suche nach dem Anbieter dauert nur fünf Minuten. Nach zehn Minuten finde ich mich auch schon auf seiner Seite zurecht. Er will meine Daten wissen. Das verstehe ich. Ich gebe sie gerne. Wir sind ja im Internet, also unter uns. Und nach zwei Abstürzen akzeptiert der Anbieter ohne weitere Probleme meine Daten.

Einen Tag später ist es soweit. Kurfürstenstraße Mainz, du meine Heimat. Jetzt habe ich dich im Griff. Ich muss nur: Vignette aufkleben - anrufen - den Nippel durch die Lasche ziehen - und mit der kleinen Kurbel ganz nach oben drehen ... Nein, halt, das war ein Lied von Mike Krüger. Handy-Parken geht natürlich viel einfacher. Nach nur 2 Minuten und 46 Sekunden erreiche ich den Anbieter. Was hätte das Kramen nach Kleingeld für Zeit gekostet!

Ungeduldig warte ich auf meine erste Rechnung. Mein Freund Bernd zahlt in Wiesbaden im Monat knapp 50 Euro. Die Politik verspricht, Parken in Mainz wird mit dem Handy nicht teurer. Das beruhigt mich. Alles wird einfach, alles wird gut.

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