+
An diesem Gerät im Keller der Station werden Mischwasserproben entnommen. Anschließend werden sie zu einem Labor geschickt.

Tag der offenen Tür

Einblicke in die Rheinwasser-Untersuchungsstation in Mainz

Eine Station am Flussufer zeigt, wie die Qualität des Wassers untersucht wird.

Am Mainzer Rheinufer steht ein unauffälliger, grauer Betonklotz. Passanten laufen vermutlich oft daran vorbei, ohne das rechteckige Gebäude wirklich wahrzunehmen. Am Freitag war das anders. Interessierte sind stehengeblieben, um sich Infotafeln anzusehen, die vor dem Gebäude aufgebaut sind. In Wahrheit versteckt sich hinter dem grauen Klotz die Rheinwasser-Untersuchungsstation. Sie hatte gestern, am Weltwassertag, ihre Türen für die Öffentlichkeit geöffnet.

Wie der Name schon verrät, dient die Station neben der Theodor-Heuss-Brücke dazu, das Wasser des Rheins zu untersuchen. Zwei Mitarbeiter arbeiten dort von Montag bis Freitag auch einen Wochenenddienst gibt es, sagt Barbara Deutsch. Die Stationsleiterin führt durch das Gebäude und erklärt, welche Funktion die vielen Rohre und Gerätschaften haben, die zu sehen sind.

Werte wie Sauerstoffgehalt, Temperatur oder auch pH-Wert – also wie sauer oder basisch das Wasser ist – messen die Instrumente. Werden bestimmte Grenzen überschritten, schlägt die Station Alarm – „Rheinalarm“, wie Deutsch sagt. So ein Notfall komme aber nur selten vor.

Trotzdem, sehr gut sei die Wasserqualität des Rheins nicht, sagt Thomas Zimmermann. Der Dezernent für Abwasser und Gewässerschutz des Regierungspräsidiums Darmstadt informiert mit einem Plakat über den Zustand des Flusswassers. Im Hinblick auf die wärmeren Monate könne er keine Badeempfehlung aussprechen, es gebe zu viele Keime im Wasser. Falls es Badelustige im Sommer doch überkommt, empfiehlt Thomas Zimmermann: „Nach dem Schwimmen duschen, und möglichst kein Wasser schlucken.“

Keime im Wasser

Im Keller der Station erklärt Barbara Deutsch, wie genau die Wasserqualität gemessen werde. Das Wasser komme von außen durch Pumpen in die Station. Die Leitungen der Pumpen kann man sogar vom Ufer aus sehen, sie hängen von Auslegern der Theodor-Heuss-Brücke in den Rhein. Nicht nur Rheinwasser fließt durch die Rohre in die Station, auch das Mainwasser wird untersucht. Zur genauen Analyse schicken die Mitarbeiter die Proben ins Labor, dort prüfen Wissenschaftler das Wasser auf alles mögliche – Nährstoffgehalt, Rückstände von Medikamenten oder auch Radioaktivität.

Prinzipiell sei die Wasserqualität seit den 70er-Jahren gestiegen, sagt Jochen Fischer. Der Biologe vom Umweltamt Rheinland-Pfalz sorgt sich aber um den ökologischen Zustand des Flusses. Schifffahrt und Schadstoffe, die ins Wasser gelangen, gefährden den Lebensraum von Pflanzen und Tieren. „Der Lachs war komplett ausgestorben“, sagt Fischer. Jetzt wird versucht, den Fisch wieder im Rhein anzusiedeln. Das Ziel für die Zukunft ist für Fischer klar: „Den guten ökologischen Zustand des Flusses wiederherstellen.“

Ein weiteres Problem für die Lebewesen im Fluss ist Mikroplastik. Das sind kleinste Kunststoffteilchen, die unter anderem in Kosmetikprodukten vorkommen oder beim Zerfall von Plastikmüll entstehen. Über Kläranlagen gelangen diese dann in Gewässer wie den Rhein. Und von dort in die Mägen vieler Fische und damit in die Nahrungskette, erklärt Stationsleiterin Deutsch. Mikroplastik sei aber für sie ein neues Thema. Die Station beginnt erst damit, das Vorkommen der winzigen Teilchen im Flusswasser zu untersuchen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare