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Ausgangssperre in Hessen: Nicht mehr besonnen

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Bisher ist Hessen besonnen geblieben bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Ausgangssperren aber, wie die schwarz-grüne Landesregierung sie beschlossen hat, gehen entschieden zu weit. Ein Kommentar.

Die Menschen sollen abends in ihren eigenen vier Wänden bleiben. Aber bringt das etwas außer wachsendem Unmut? Vermutlich nicht.

Die Partyszene, die damit getroffen werden soll, muss dann bis früh am Morgen zusammenbleiben. Zwei, drei alkoholische Getränke mehr und dann wird beim Gastgeber übernachtet statt sich auf den Heimweg zu machen. Ob das die Corona-Lage besser macht? Wohl kaum.

Zugleich vermittelt die Politik den Menschen das Gefühl, in den eigenen vier Wänden eingeschlossen zu sein. Ein Staat aber hat seine Bürgerinnen und Bürger nicht einzusperren. Damit wird eine Grenze des Zumutbaren überschritten, die auch in einer Krisenzeit nicht überschritten werden darf.

Schon jetzt können Homeoffice und Kurzarbeit, gelegentliches Homeschooling und Quarantäne für die Kinder leicht dazu führen, dass den Menschen die Decke auf den Kopf fällt. Wie sie auf eine freiheitsentziehende Vorschrift reagieren werden? Mit Unzufriedenheit, vielleicht auch mit Trotz und Verstößen gegen die Verbote. Ob das die Lage bessert?

Schließlich ist eine Ausgangssperre eine Zumutung für die Ordnungsbehörden und die Polizei. Sollen sie tatsächlich kontrollieren, ob jemand wirklich auf dem Weg zur Arbeit ist? Ob der Hund, der angeblich ausgeführt werden muss, in Wahrheit nur vom Nachbarn ausgeliehen wurde, um selbst rauszukommen? Nein, das wäre die Entwicklung in Richtung eines Überwachungsstaats, die zu tief ins persönliche Leben eingreift.

Wer erreichen möchte, dass die Menschen zu Hause bleiben, muss ihnen die Entscheidung dafür so gut wie möglich erleichtern. Mit einem Recht auf Homeoffice. Mit einer Befreiung von der Pflicht zum Unterrichtsbesuch.

Aber die Freiheit zu entscheiden, ob man zu Hause bleiben möchte oder das Haus verlässt – die sollte auch in Corona-Zeiten nicht angetastet werden. Diese Grenze zu überschreiten, das ist nicht mehr besonnen.

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