Neun-Euro-Ticket: Das sind die schönsten Strecken im Südwesten

Deutsche Bahn

Neun-Euro-Ticket: Das sind die schönsten Strecken im Südwesten

Möglichst schnell und minutengenau von A nach B war gestern – das Neun-Euro-Ticket macht den Weg zum Ziel. Die FR zeigt, wo Sie wundervolles Livefernsehen im Zugfenster erleben.
Neun-Euro-Ticket: Das sind die schönsten Strecken im Südwesten
Unterwegs mit dem Neun-Euro-Ticket

Deutschland ist mit dem Neun-Euro-Ticket drei Monate lang unterwegs in regionalen Bussen und Bahnen. Tarifzonen, Verbundsgrenzen, Mitnahmeregelungen, Geltungsbereiche von Citytickets im Fernverkehr – all das darf nun egal sein.


Die Aktion macht nicht nur den Weg zur Arbeit günstig. Sie bringt auch die Chance, mit der Bahn das Land zu erkunden – etwa in Städtetouren übers Wochenende oder in den Ferien.


Die Frankfurter Rundschau schlägt Ihnen einige Bahntouren vor, die der Redaktion als besonders reizvoll erscheinen. Und fragt Sie, liebe Leserinnen und Leser: Was ist Ihre Lieblingsstrecke? Bitte schreiben Sie uns Ihre Vorschläge an stadtredaktion(at)fr.de, Stichwort „Meine Lieblingsstrecke“.

Verkehrswende: Österreich macht es mit Klimaticket vor
Wirtschaft

Neun-Euro-Ticket

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Österreich hat bereits 2021 eine Klimakarte eingeführt, die landesweit und dauerhaft gilt. In Deutschland wird um die Nachfolge des Neun-Euro-Tickets noch gerungen.
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Gegen „Gratismentalität“ – Lindner lehnt Nachfolgeangebot des 9-Euro-Tickets vehement ab
Politik

„Keine Mittel“

Gegen „Gratismentalität“ – Lindner lehnt Nachfolgeangebot des 9-Euro-Tickets vehement ab

Die Grünen haben einen Vorschlag zu Nachfolgeangeboten des 9-Euro-Tickets vorgelegt. Lindner hält dagegen – und sorgt mit eigenen Plänen für Kritik.
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Darmstadt: Kostenfreies Klimaticket folgt dem 9-Euro-Ticket
Darmstadt

Neun-Euro-Ticket

Darmstadt: Kostenfreies Klimaticket folgt dem 9-Euro-Ticket

Von September an drei Monate lang freie Fahrt in Bussen und Straßenbahnen in Darmstadt. Neu Zugezogene oder Alteingesessene, die ihr Auto abgeben, können das Klimaticket nutzen.
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Auf zur Documenta nach Kassel

Bahntouren mit dem Neun-Euro-Ticket (5)

Auf zur Documenta nach Kassel

Für eine Reise in die nordhessische Großstadt gibt’s viele Gründe - jetzt lockt die Documenta wieder die Massen an. Der Eintritt ist saftig, die Anreise aber günstig.
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Mit dem Bähnchen in den Hunsrück

Bahntouren mit dem Neun-Euro-Ticket (4)

Mit dem Bähnchen in den Hunsrück

Viele Nebenstrecken sind in den vergangenen Jahrzehnten geschlossen worden. Wenigstens teilweise überlebt hat die Hunsrückbahn, die angeblich steilste Bahnstrecke Deutschlands.
Mit dem Bähnchen in den Hunsrück
Quer durchs Frankenland

Bahntouren mit dem Neun-Euro-Ticket (3)

Quer durchs Frankenland

Die Bahnstrecke von Frankfurt nach Bamberg ist so schön, dass sie wie von Tourismusbüros erfunden scheint.
Quer durchs Frankenland
Mitten durch den tiefen Odenwald

Bahntouren mit dem Neun-Euro-Ticket (2)

Mitten durch den tiefen Odenwald

Grün soweit das Auge reicht. Unendlich viele Wandermöglichkeiten. Und eine Strecke, die zum großen Teil denkmalgeschützt ist: die Odenwaldbahn. Mit Stopp in Heidelberg.
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Die große Flussfahrt - an Rhein, Mosel, Saar und Nahe

Bahntouren mit dem Neun-Euro-Ticket (1)

Die große Flussfahrt - an Rhein, Mosel, Saar und Nahe

Zugegeben: Wer unsere Flusstour komplett fährt, ist einen großen Teil des Tages unterwegs. Aber das lohnt sich. Hier ist eine Strecke schöner als die andere. Und von Frankfurt aus mit nur zwei Umstiegen machbar.
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 Tipps für angenehmes Bahnreisen

Neun-Euro-Ticket

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Mit dem Neun-Euro-Ticket ist hier und da eine Überlastung des Nahverkehrs programmiert. Die FR gibt ein paar Tipps für eine angenehme Reise. Von Tim Herholz und Jan Kuipers.
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Das Neun-Euro-Ticket

Es ist ein großes Experiment, von dem bisher niemand auch nur annähernd abschätzen kann, wie es ausgehen wird. Einsteigen und mitfahren für neun Euro im Monat – ganz ohne Angst, ungewollt auf unangenehme Fragen und ein erhöhtes Beförderungsentgelt zuzusteuern. Ein völlig neues Gefühl. Und: Dass das Ticket nur im Nah- und Regionalverkehr gilt, heißt noch lange nicht, dass man nur langsam und mit fortwährenden Umstiegen vorankommt.


Manche Regional-Express-Züge sind überraschend flott unterwegs – und legen teils beachtliche Entfernungen zurück. In Süddeutschland kommt etwa der RE1 von Mannheim über Saarbrücken und Trier nach Koblenz auf eine Strecke von 330 Kilometern. Im nordhessischen Kassel startet eine 290 Kilometer lange Linie bis nach Düsseldorf.


Für manche, die viel mit dem Auto unterwegs sind, vielleicht auch überraschend: Die Zeit der lauten, zugigen und geruchsintensiven Silberlinge im Regionalverkehr ist lange vorbei. Nur Leute aus der Bahn-Community werden sie vermissen. Stattdessen rollen fast überall moderne Triebwagen, in denen in der Regel Steckdosen genauso selbstverständlich sind wie kostenfreies WLAN und Toiletten.


Der Strom fürs Handy ist durchaus eine praktische Sache – nicht nur, weil den Geräten unterwegs schnell die Kraft ausgeht. Denn manches, was durch die Fenster der Züge wie ein überdimensionales Live-Fernsehen zu sehen ist, beeindruckt bei genauer Betrachtung so sehr, dass man es fotografisch festhalten möchte.


Nicht wenige Strecken sind landschaftlich ausgesprochen reizvoll, schlängeln sich etwa entlang von Flüssen oder führen quer durch kleinere und größere Gebirge. Wer einmal im gemäßigten Tempo entlang des Rheins von Mainz über Koblenz nach Bonn gefahren ist, überlegt sich bei der nächsten Gelegenheit vielleicht zweimal, ob die Hochgeschwindigkeitsstrecke aus dem Rhein-Main-Gebiet nach Köln tatsächlich die bessere Wahl ist.


Und damit kommen wir zu der vielleicht größten Veränderung, die uns das Neun-Euro-Ticket bringen kann. Nämlich zu der Idee, dass Bahnfahren mehr sein kann als nur möglichst minutengenau einen Weg von A nach B zurückzulegen, die Zeit dabei möglichst produktiv am Tablet oder Laptop nutzend. Der Weg selbst wird zum Ziel.


So verliert dann auch die eine oder andere Verspätung an Bedeutung. Und wenn es an einer Stelle besonders schön ist: einfach aussteigen. Dank der Taktfahrpläne kommt selbst auf abgelegenen Strecken nach einer Stunde, vielleicht auch nach zwei Stunden der nächste Zug zum Wiedereinsteigen.


Wer mit der Bahn auf Tour geht, sollte einige Dinge dabeihaben. Wichtigstes Utensil ist die Smartphone-App „DB Navigator“. Hier lassen sich Verbindungen finden und die stets aktuellen An- und Abfahrtsdaten. Weil es in Regionalzügen kaum Speisewagen gibt, empfiehlt sich ein kleiner Vorrat an Essen und Getränken. Und natürlich die Ladekabel. Kinder freuen sich bei längeren Fahrten über etwas Abwechslung mit Kartenspielen.


Wie groß der Spaß mit der Sonderaktion am Ende wird, hängt entscheidend davon ab, wie viele Menschen sie nutzen werden. Schon vor dem Start geht die Zahl der verkauften Neun-Euro-Tickets in die Millionen. Deutsche Bahn und viele Verkehrsverbünde kommen aus dem Staunen über die starke Nachfrage kaum heraus.


In Hessen ist der Rhein-Main-Verkehrsverbund der größte Anbieter von regionalen Verkehren. Dessen Geschäftsführer Knut Ringat berichtete schon vor dem Start der Aktion von mehr als 300.000 Verkäufen. Er vermutet daher, es könnte auf der einen oder anderen Fahrt eng werden. „Gerade im Ausflugsverkehr tun Sie sich und allen anderen einen Gefallen, wenn Sie entspannt bleiben und im Zweifel auch mal auf eine nachfolgende Fahrt warten“, riet Ringat. Für Wochenenden und Feiertage im Juni, Juli und August empfiehlt der Verbund, schon früh morgens zu starten und erst spät abends zurückzukehren.


Denn eines hat sich in den vergangenen Jahrzehnten leider zum Nachteil entwickelt: Mal eben zwei zusätzliche Wagen anzuhängen wie zu Zeiten der Silberlinge, geht heute fast nirgends mehr. Nicht nur, weil das nicht zum Konzept der Triebzüge passt. Zusätzliches Material steht kaum mehr bereit, um bei Engpässen auszuhelfen. Die meisten Verkehrsverträge, die die Verbünde schließen, sehen solche Reserven nicht mehr vor.


An besonders ausgelasteten Strecken würden zusätzliche Wagen auch gar nicht mehr an die Bahnsteige passen – denn die wurden leider bei Umbauten vielerorts verkürzt. Und für zusätzliche Züge fehlt auf den Gleisen fast immer schlicht der Platz. So wird dieser Großversuch ganz nebenbei auch zeigen, wie viel Kraft Deutschland noch in den Ausbau seines Bahnsystems stecken muss, wenn es künftig tatsächlich noch mehr Menschen dazu bewegen will, ihr Auto stehen zu lassen.


Eine interaktive Übersicht aller Bahnrouten in Deutschland findet sich im Internet unter der Adresse: strecken.info

(Von Michael Bayer)

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