Kirche in Mainz

Neues Leben in der Johanniskirche Mainz

Der Vorgängerbau des bekannten Mainzer Doms konnte wegen Ausgrabungen sechs Jahre nicht genutzt werden. 

Der Vorgängerbau des Mainzer Doms, die evangelische Johanniskirche, soll nach jahrelangen archäologischen Grabungen wieder für Gottesdienste und Veranstaltungen genutzt werden. Von April an werde es in der warmen Jahreszeit wieder mindestens einmal im Monat einen Gottesdienst in der Kirche geben, sagte Gregor Ziorkewicz, Pfarrer für Stadtkirchenarbeit an St. Johannis.

Am Ostermontag werde auch ein ARD-Fernsehgottesdienst aus der Kirche übertragen, die im Inneren seit Jahren einer großen Baustelle gleicht. In den vergangenen Monaten waren Metallstege durch das Kirchenschiff verlegt worden, die einen sicheren Zugang ermöglichen.

Außerdem wurde im Westchor eine provisorische Holzplattform errichtet, auf der Veranstaltungen stattfinden können. Im Zuge der Arbeiten hatten die Archäologen zuvor im gesamten Kirchenraum den Boden mehrere Meter tief abgetragen. St. Johannis konnte deshalb seit 2013 nicht mehr genutzt werden und war nur zu besonderen Anlässen und für kleine Gruppen zugänglich.

Jetzt stehe der „Beginn des Wiedereinzugs“ bevor, kündigte der evangelische Mainzer Dekan, Andreas Klodt, an. Ein Nutzungskonzept für die nach heutigem Wissensstand älteste erhaltene Bischofskirche nördlich der Alpen liegt aber noch nicht vor; es soll im Laufe des Jahres von einer Steuerungsgruppe verabschiedet werden, an der die hessen-nassauische Landeskirche, das Dekanat Mainz und die Kirchengemeinde beteiligt sind. Im Gespräch sei dabei, St. Johannis neben seiner Rolle als Gemeindekirche auch als „gesellschaftspolitisches Podium“ zu etablieren und als Ausgangspunkt für Pilgerwanderer auf der Bonifatius-Route von Mainz nach Fulda zu nutzen. „Egal, welches Konzept kommt, es wird viel Geld kosten“, so Klodt.

Bei der mehrjährigen Archäologen-Arbeit hatten die Forscher zahlreiche Belege für die These gefunden, dass die Johanniskirche mit dem alten Mainzer Dom identisch ist und Teile des Mauerwerks sogar auf das 5./6. Jahrhundert datiert werden können. Zuletzt war im Zentrum des Kirchenraums unter dem Boden ein Sarkophag entdeckt worden, in dem der Mainzer Erzbischof Erkanbald bestattet sein könnte. Im Frühjahr wollen Wissenschaftler die Steinplatte des Sarkophags anheben, um ihre These zu prüfen. (epd)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare