Zukunft

Debatte über Fusion mit Hanau

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Die „Initiativgruppe für ein zukunftssicheres Großkrotzenburg“ sieht gravierende Probleme in der Gemeinde.

Die „Initiativgruppe für ein zukunftssicheres Großkrotzenburg“ macht weiter Druck und fordert eine offene Diskussion über einen möglichen Zusammenschluss mit der Nachbarstadt Hanau. Nachdem der Vorsitzende des Gemeindeparlaments die Bitte der Initiative, dazu eine Bürgerversammlung einzuberufen, abgelehnt hatte, will die Gruppe sich im März mit Vertretern aller Fraktionen treffen. Ein wesentliches Ziel: Die Gemeindevertreter davon zu überzeugen, eine Versammlung zu beantragen.

Der frühere Landtagsabgeordnete Aloys Lenz (CDU) und der ehemalige Gemeindevertreter Hans Kunkel (SPD) haben die Initiative angestoßen und beobachten viel Zuspruch in der Bevölkerung. Sie sehen Großkrotzenburg finanziell „mit dem Rücken an der Wand“ stehen, auch weil aus dem Kraftwerk Staudinger kaum noch Gewerbesteuereinnahmen fließen. Deshalb wurde die Grundsteuer B in sechs Jahren von 280 auf 790 Punkte erhöht. Ein Ausweg, der Synergien bringen und die Bürger entlasten könnte, wäre möglicherweise ein Zusammenschluss. Um dies zu prüfen, fordert die Gruppe von Bürgermeister Thorsten Bauroth (parteilos) unter anderem einen Vergleich von Dienstleistungen, und Gebühren in Hanau und Großkrotzenburg. Die Gemeindevertreter hatten 2018 gegen eine Fusion gestimmt. Sie fürchten, Krotzenburg könnte in Hanau benachteiligt werden.

Kürzlich diskutierte Bauroth mit der Initiative. Sie schätzen die Lage in der Kommune ganz unterschiedlich ein. Der Bürgermeister räumt ein, dass die aktuelle Situation schwierig ist. Ein Grund: Großkrotzenburg bekommt vom Land zwei Millionen Euro weniger an Schlüsselzuweisungen. Das werde sich in den kommenden Jahren aber ändern. Zudem setzt Bauroth auf ein neues Gewerbegebiet und eine vom Betreiber angekündigte, andere Nutzung des Kraftwerks, als Rechenzentrum und für Recycling.

Die Initiative hält das für alles andere als überzeugend. Sie verweist darauf, dass das Gewerbegebiet den langwierigen Ankauf hunderter Parzellen erfordern würde. Die Pläne für das Kraftwerk seien vage; die Gemeinde sei dem Betreiber egal und könne sich nicht auf ihn verlassen.

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