Reaktivierung

Neuer Hafen in Hessens Norden

Trotz Problemen zieht die Stadt Bad Karlshafen rund ein Jahr nach der Eröffnung ihres neuen Hafenbeckens ein positives Fazit.

Obwohl es nicht 100-prozentig so kam, wie wir erhofft hatten, glaube ich immer noch, dass es die richtige Entscheidung war“, sagte Bürgermeister Marcus Dittrich (parteilos). Bad Karlshafen profitiere von der Reaktivierung des Beckens. In Zahlen spiegele sich das zwar noch nicht wider, aber in der Entwicklung der Innenstadt. Der Leerstand reduziere sich weiter, es kämen sichtbar mehr Tagesbesucher. „Gefühlt geht es aufwärts.“

Im Mai des vergangenen Jahres war das umstrittene Projekt in Hessens Nordspitze offiziell eröffnet worden. Für 6,5 Millionen Euro war das historische Hafenbecken zuvor saniert, reaktiviert und durch eine Schleuse mit der Weser verbunden worden. Die einst prächtige Hugenottenstadt mit denkmalgeschütztem Kern ist heute eine der ärmsten Kommunen Hessens. Sie hofft auf mehr Touristen und Pachteinnahmen.

Doch zuerst lösten sich Steine im Schleusenkanal. Dann bedeckte ein Algenteppich das Becken. Zuletzt bremste die Corona-Krise den Saisonbeginn aus: „Wir konnten noch nicht so richtig mit dem Hafenbetrieb starten“, sagt Dittrich. Aktuell erfolgten Mauersanierungen, das Becken sei deswegen nicht geflutet. Dittrich hofft nun auf einen Start in die Wassersportsaison Ende Juni – die Nachfrage nach Bootsliegeplätzen sei da. Ein bisschen Baustelle wird der Hafen trotzdem bleiben: Das Hafenumfeld soll ab September saniert werden. Zur Wirtschaftlichkeit könne man noch nichts sagen, erklärte der Bürgermeister. Mangels eines Pächters hat die Stadt den Betrieb des Hafenbeckens dauerhaft in die Hand der stadteigenen Bad Karlshafen GmbH gelegt. Was der Betrieb des Hafens koste und einbringe, werde sich noch zeigen: „Ich vermute, dass 2021 das erste richtig harte Jahr wird.“

Der Bund der Steuerzahler in Hessen hatte das Projekt bereits vor vier Jahren in sein Schwarzbuch für Steuergeldverschwendung und den sorglosen Umgang mit Steuergeld aufgenommen. „Unsere Bedenken bleiben bestehen“, sagte Sprecher Moritz Venner. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare